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Commodore Amiga 500, 16-bit computer (1987)
Bill Bertram, CC BY-SA 2.5 • Tduk Alex Lozupone, CC BY-SA 3.0
Commodore Amiga 500, 16-bit computer (1987)
25.03.2022

Vor 35 Jahren hat der Amiga 500 die Musikwelt umgekrempelt

Die "enorme Computerleistung zum Superpreis" sprach Sven Väth und die frühe Techno-Szene der 80er an. Nun kommt der Rechner zurück.

80s80s In The Mix mit 80s80s-Beatmix 19

In The Mix

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16bit "inaxycvgtgb"
16bit "inaxycvgtgb"

Als das Album von 16BIT erschien, thronte eine Floppy Disc auf dem Cover der CD.

Als in den 80ern die Tanzflächen zu "Where Are You" von 16BIT glühten, wussten die wenigsten Tänzer, welche musikalische Revolution sie grade erlebten. Hinter dem Projekt 16BIT aus Frankfurt standen nämlich Michael Münzing und Luca Anzilotti, die in den 90ern mit ihrer Band Snap! die Ernte für diese Revolution einfahren würden. Luca Anzilotti legte oft mit Sven Väth im Frankfurter Club Dorian Gray auf. Kurzerhand übernahm Sven Väth den Gesang auf "Where Are You". Die Single war ein kommerzieller Achtungserfolg, sie verpasste mit Platz 11 nur knappe eine Top-Ten-Platzierung.

Als das Album von 16BIT erschien, thronte eine Floppy Disc auf dem Cover der CD. Eddie Hind von Picknick at the Whitehouse war nun der dominierende Sänger, denn Sven Väth hatte ja sein Projekt OFF gegründet und mit "Electrica Salsa" und "Step by Step" Erfolge zu feiern. Den geneigten Hörer beindruckte der Sängerwechsel nicht so sehr, eher die Tatsache, dass das Album mit einem Commodore Amiga 500 aufgenommen wurde.

Amiga 500

War das nicht der Rechner, mit dem die Kids in ihren Zimmern spielten?

Nicht ganz, das war der C64 aus dem Jahr 1983. Der Amiga 500 kam 1987 in die Läden, und stellte eine ganz neue Generation der Heimcomputer zur Verfügung. Das war nun ein erschwinglicher Computer mit Audio-Output. Zwar klangen die eigentlichen Sounds des Amiga 500 nach billiger Heimorgel, aber die Magie entfaltete der Commodore-Rechner über externe Hardware. Der olle parallele Port des Computers wurde zur Schnittstelle zum Amiga Sampler (und in die Zukunft). Es knackte und knarzte wenn man die Diskette einlegte. Aber die Programme taten ihren Dienst.

Commodore Amiga 500 European box
Gona.eu, CC BY-SA 3.0
Commodore Amiga 500 European box
Commodore Amiga 500 European box
Gona.eu, CC BY-SA 3.0
Commodore Amiga 500 European box
Karsten Obarski
Professor Chaos
Karsten Obarski

Das Gesamtkonzept stammte 1987 von Karsten Obarski.

Noch wenige Monate zuvor hatte der Sampler von Paul Hardcastle nur zwei Sekunden verarbeiten können. So konnte nur der kurze Titel - nineteen - eingelesen werden, und so entstand das charakteristische und kurze "19". Der Amiga 500 konnte viel längere Passagen laden. Aber Vorsicht, auch 1987 war der Arbeitsspeicher noch nicht in der Lage mehr als 30 Sekunden derart zu loopen. Dazu konnte man über die Audio-Schnittstellen noch ein paar abstrakten Sounds vom Keyboard laden - schon hatte mal alle nötigen Elemente für einen Song. Das Gesamtkonzept, Samples mit einem zeitlich gerasterten und numerisch gesteuerten Sequenzer auszugeben stammte 1987 von Karsten Obarski. Mit dessen Idee haben die Soundtüftler aus Frankfurt schon in den 80ern gezeigt, was für den 90er Technosound Standard wurde.

16BIT waren jedenfalls vollkommen verzaubert vom Amiga 500. Michael Münzing und Luca Anzilotti legten ihrem Album "Inaxycvgtgb" eine Werbeschrift für den Rechner bei:

Michael Münzing & Luca Anzilotti

16BIT über den Amiga 500:

"Dass man mit einem Computer tolle Musik machen kann, beweist diese Platte... Plötzlich ist nichts mehr unmöglich, wird alles realisierbar. Gerade auf diesem Gebiet zeigt ein Computersystem wie der Amiga seine Stärken. Nicht nur weil er einer der zur Zeit leistungsfähigsten Grafik- und Soundcomputer ist, sondern vor allem, weil ihn sich jeder leisten kann. Das Amiga-Konzept heißt aber nicht nur, enorme Computerleistung zum Superpreis, sondern auch enorme Computerleistung, die man problemlos und einfach handhaben kann. Musikgruppen, die mit dem Amiga eigene Lieder und Clips produzieren wollen, brauchen dazu nicht mehr die Hilfe eines Programmierers oder Computerfreaks..."

Der Amiga 500 ist nun 35 Jahre alt. Eine Neuauflage des Amiga 500 in einer Mini-Version kommt am 25. März 2022 in den Handel. Für knappe 130 Euro kann man sich dann fühlen wie Sven Väth in den 80ern.

16 Bit im "Where Are You?"-Musikvideo
Ariola via Youtube
16 Bit im "Where Are You?"-Musikvideo
16 Bit im "Where Are You?"-Musikvideo
Ariola via Youtube
16 Bit im "Where Are You?"-Musikvideo

Amiga Samplers : Budget dance music

Amiga Samplers : Budget dance music in 1990
Amiga Samplers : Budget dance music in 1990

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