Prince "Black Album"
Prince "Black Album"
13.02.2026

Von Purple zu Black: Das teuerste Album von Prince

17.441 Dollar für eine Platte, die es offiziell nie gab: Das „Black Album“ von Prince ist erneut verkauft worden. Wir kommt es zu diesem Kaufpreis?

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Warum ist das „Black Album“ von Prince so selten und wertvoll?

Prince ließ das Album „Black Album“ 1987 kurz vor Veröffentlichung zurückziehen. Die wenigen erhaltenen Vinyl-Pressungen gelten heute als Sammlerheiligtum, weil sie ein seltenes Beispiel für künstlerische Selbstzensur auf dem Höhepunkt des Erfolgs dokumentieren.

Ein Verkauf, der alte Fragen neu stellt. 

17.441 US-Dollar. So viel Geld hat im Januar ein Sammler für ein Exemplar des „Black Album“ von Prince bezahlt. Der Verkauf lief über das Sammlerportal Discogs und war kein Rekord, aber ein Signal. Immer dann, wenn dieses Album auftaucht, wird sichtbar, wie sehr sich Musikgeschichte nicht nur über Charts, sondern über Geschichten schreibt.

Prince ist seit fast zehn Jahren tot, doch seine radikalste Entscheidung aus den späten Achtzigern produziert immer noch Schlagzeilen – und Rechnungen mit fünf Stellen. Dass ein einzelnes Album regelmäßig höhere Preise erzielt als ein Kleinwagen, liegt nicht an der Musik allein. Es liegt an dem Umstand, dass dieses Album offiziell nie existieren sollte. Genau das macht jede reale Vinyl zu einem Widerspruch aus schwarzem Kunststoff. Prince hat diesen Widerspruch selbst geschaffen.

Prince (1987)
  IMAGO / Hoffmann
Prince (1987)

Wer war Prince 1987 wirklich und warum wurde das „Black Album“ gestoppt?

1987 war Prince nicht irgendein Popstar, sondern einer der mächtigsten Künstler der Welt. Nach „Purple Rain“, „Around the World in a Day“ und „Sign O’ the Times“ hatte Prince kreative Freiheit, wirtschaftlichen Einfluss und ein Label, das ihm kaum Grenzen setzte. Gleichzeitig befand sich Prince in einer Phase maximaler Überproduktion. Songs entstanden schneller, als sie veröffentlicht werden konnten.

Das „Black Album“ entstand genau in diesem Spannungsfeld. Prince nahm die Platte 1986 auf, als direkter Gegenentwurf zu seinem eigenen Image. Funklastig, aggressiv, teilweise bewusst provokant. Titel wie „Bob George“ oder „Dead On It“ klangen wie Kommentare auf die eigene Karriere. Für Prince war das Album weniger Produkt als Statement. Für Warner Bros. war es zunächst einfach der nächste Release.

Kurz vor dem geplanten Erscheinungstermin zog Prince die Notbremse. Offiziell sprach Prince später von einem spirituellen Erwachen. Das Album sei negativ, zu dunkel, nicht das, was er in die Welt schicken wolle. Stattdessen entschied sich Prince, mit „Lovesexy“ ein radikal gegensätzliches Werk zu veröffentlichen. Presswerke liefen bereits, Promo-Exemplare waren verschickt. Warner Bros. folgte der Anweisung von Prince und ließ fast alle Vinyls einsammeln und vernichten.

Fast. Einige Exemplare entzogen sich dem Rückruf. Radiostationen, Journalistinnen und Journalisten sowie einzelne Mitarbeitende behielten Kopien. Ab diesem Moment begann der Mythos, der bis heute anhält.

Der Tourmanager von Prince, berichtete: „Es war ein logistischer Albtraum. In den Ladedocks waren Alben verpackt, adressiert und versandbereit, sodass man in großer Panikstimmung einen Weg finden musste, den Lieferprozess zu stoppen, ohne eine hausinterne Diebstahlsituation zu schaffen, weil natürlich klar war, das wird sofort ein Sammlerstück werden“

Heute schon für den 80s80s Countdown abgestimmt?

Prince (1987)
  IMAGO / United Archives
Prince (1987)

Wie viele Vinyls existieren wirklich und was macht dieses Album heute so wertvoll?

Eine exakte Zahl gibt es nicht, und genau das macht den Markt so nervös. Schätzungen gehen von wenigen Dutzend bis maximal einigen Hundert Originalpressungen aus. Jede davon stammt aus dem Jahr 1987, meist ohne Cover-Art, mit schwarzem Sleeve und minimalistischem Label.

Für Sammler ist genau diese Version entscheidend. Spätere offizielle Veröffentlichungen auf CD oder Streaming zählen nicht. Sie sind hörbar, aber nicht besitzwürdig im kultischen Sinn. Dass 2018 ein Exemplar für rund 27.500 Dollar verkauft wurde, zeigt, wie stabil dieser Markt ist. Der jetzige Verkauf über Discogs reiht sich nahtlos ein. Prince bleibt einer der wenigen Künstler, bei denen selbst Rückzüge monetarisiert werden.

Der Wert des „Black Album“ speist sich aus mehreren Ebenen. Erstens ist da die extreme Knappheit. Zweitens die historische Situation: Prince auf dem Höhepunkt seiner Macht, der sich selbst zensiert. Drittens die Symbolik. Das Album steht für Kontrolle über das eigene Werk in einer Branche, die Künstler oft anders behandelt. Dass ausgerechnet dieses Album heute auf Plattformen wie Instagram regelmäßig als Trophäe gezeigt wird, ist eine Ironie, die Prince vermutlich irritiert hätte. Gleichzeitig ist das „Black Album“ kein nostalgisches Objekt. Es funktioniert im Hier und Jetzt. Preise entstehen nicht aus Romantik, sondern aus Angebot, Nachfrage und Storytelling. Prince liefert all das, ohne es je geplant zu haben.

Solange es Sammler gibt, wird das „Black Album“ weiter auftauchen. Mal auf Auktionen, mal in Nachlässen, mal auf Plattformen wie Discogs. Jeder Verkauf erneuert die Erzählung. Jeder Preis bestätigt den Status. Prince bleibt damit Teil einer sehr exklusiven Kategorie: Künstler, deren Absagen wertvoller sind als die Releases anderer.

Prince - Purple Rain (Official Video)

Prince - Purple Rain (Official Video)
Prince - Purple Rain (Official Video)
Folge 81 | 06.11.2023 | 7:45

Prince - Purple Rain

„Purple Rain“ sollte ursprünglich ganz anders klingen und ein Duett werden. Mit wem Prince zusammen singen wollte und wieso ein Auftritt in strömenden Regen, bei dem er das Lied spielte, in die Musikgeschichte eingegangen ist, hört ihr in dieser Folge.

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