Stranger Things wird Cartoon: Tales From ’85
„Stranger Things: Tales From ’85“ bringt bekannte Figuren, aber einen neuen Look und neue Stimmen. Was ist bisher bekannt?
„Stranger Things: Tales From ’85“ bringt bekannte Figuren, aber einen neuen Look und neue Stimmen. Was ist bisher bekannt?
Das Podcast & Musikradio von 80s80s: die wichtigsten Hits der 80s und ihre Geschichten, erzählt von Peter Illmann.
Der Titel allein ist schon ein Statement: „Stranger Things: Tales From ’85“ will nicht subtil sein. Netflix setzt auf den offensichtlichen Nostalgie-Knopf und drückt ihn mit voller Kraft. 1985 ist auch für uns nicht nur irgendein Jahr. Es löst bei 80er-Fans sofort Erinnerungen aus. Michail Gorbatschow, Boris Becker, Lindenstraße.
Für Fans von Stranger Things ist das Setting ein gefundenes Fressen. Winter 1985 bedeutet: Hawkins ist noch nicht „spät-serienmäßig“ eskaliert, aber auch längst nicht mehr harmlos. Genau diese Zwischenphase ist clever gewählt, weil sie genug Platz lässt für neue Storys, ohne das Ende der Hauptserie zu spoilern oder umzuschreiben.
Die wichtigste Info für alle, die sofort fragen: „Ist das noch das echte Stranger Things?“ lautet: Matt Duffer und Ross Duffer sind weiterhin an Bord. Matt Duffer und Ross Duffer fungieren als Executive Producer, also als kreative Aufpasser mit Einfluss. Die Serie ist ein offizieller Franchise-Baustein. Trotzdem ist es keine „neue Staffel“ im klassischen Sinn. Das Projekt wird nicht von Matt Duffer und Ross Duffer als Showrunner geführt, sondern von Eric Robles, einem Animationsmacher, der sich im Streaming-Zeitalter schon mehrfach bewiesen hat.
Wenn Eric Robles bislang nicht auf dem Stranger-Things-Radar war, liegt daran, dass er aus einer anderen TV-Welt kommt.
Eric Robles ist ein Animationsprofi, Jahrgang 1978, also ein Kind der 80er, das die Ära nicht nur als Retro-Filter kennt, sondern als echte Fernseherfahrung. Bekannt wurde Eric Robles als Creator und Produzent der Nickelodeon-Serie „Fanboy & Chum Chum“. Außerdem war er an „Glitch Techs“ beteiligt, einer Netflix-Serie, die man am ehesten als „Ghostbusters trifft Gaming“ beschreiben könnte.
Nicht jeder kennt das Ding, aber in der Animationsszene gilt es als solide gemacht und visuell ziemlich auf Zack. Und genau da liegt die Logik: Eric Robles ist jemand, der weiß, wie Animation funktioniert, wie man Tempo baut, wie man Figuren humorvoll schreibt und wie man ein Universum episodisch erweitert, ohne dass es auseinanderfällt.
Für Netflix ist Animation der perfekte Hebel, um das Franchise auszubauen, ohne die riesige Maschinerie einer Live-Action-Produktion zu starten. Keine monatelangen Drehpläne, weniger Abhängigkeit von Stars, weniger Probleme mit Alterung der Schauspieler und gleichzeitig die Möglichkeit, das Upside Down visuell komplett durchzudrehen. Allerdings: teuer ist so eine Produktion auch. Für Matt Duffer und Ross Duffer ist es ein smarter Move: Die Hauptserie bleibt das Prestige-Projekt, während „Stranger Things: Tales From ’85“ als Erweiterung funktioniert, die nicht alles tragen muss, aber viel liefern kann.
Das ist die große Frage – und der Trailer hat genau diese Diskussion ausgelöst. Der Look wirkt nicht wie ein klassischer 80er-Samstagmorgen-Cartoon, sondern eher wie moderne Streaming-Animation mit glatter CGI-Ästhetik. Manche feiern das als zeitgemäß, andere finden es zu clean und zu weit weg von dem schmutzigen, analogen Feeling der Originalserie.
Dazu kommt ein Punkt, der in Fanforen und Kommentarspalten sofort hochkochte: neue Stimmen. Gerade in Deutschland sind viele Zuschauer extrem an die gewohnten Synchronstimmen gebunden. Sobald die fehlen, fühlen sich die Figuren für einige nicht mehr „echt“ an. Und ja – das ist ein Problem, wenn eure ganze Serie auf Vertrautheit baut.
Trotz Skepsis ist der entscheidende Punkt: Matt Duffer und Ross Duffer lassen das nicht komplett laufen. Executive Producer ist im Netflix-Kosmos keine reine Zierde, sondern meistens ein Kontrollposten. Wenn der Ton völlig daneben wäre, würde das am Ende auch auf ihre Marke zurückfallen. Und diese Marke ist für Netflix Gold.
Stranger Things ist nicht nur eine Serie, sondern ein Popkultur-Baukasten mit Merch, Games, Spin-offs und globalem Wiedererkennungswert. Dass man nach dem Serienende nicht einfach den Stecker zieht, war so sicher wie ein Demogorgon im Staffelfinale. „Stranger Things: Tales From ’85“ wirkt deshalb wie ein Testlauf: Wie lange trägt Hawkins noch? Wie groß ist die Fanbasis, wenn man das Format verändert? Und wie flexibel ist das Publikum, wenn es plötzlich keine echten Schauspielergesichter mehr gibt?
Hier wird’s spannend: Netflix hat in den letzten Jahren oft gezeigt, dass Spin-offs nicht automatisch zünden. Ein großer Name garantiert Aufmerksamkeit, aber keine langfristige Begeisterung. Und gerade im Animationsbereich ist das Publikum gnadenlos. Wenn Stil und Ton nicht sitzen, wird das Ding schneller als „unnötig“ abgestempelt. Ob es dann ein Flop wird, erzählt uns Netflix traditionell nicht. Einschaltquoten, Streamingzahlen, die sind unbekannt.
Dass Eric Robles als Showrunner eingesetzt wurde, zeigt aber, dass Netflix weiter denkt. Das ist vermutlich genau die Balance, die Netflix will: Stranger Things als Universum, das auch für neue Zielgruppen funktioniert. Die Hardcore-Fans, die nur Live-Action akzeptieren, werden ohnehin nicht vollständig zufriedenzustellen sein. Dann kann man ja auch mit den Cartoon-Fans flirten. Ob „Stranger Things: Tales From ’85“ so am Ende ein echter Hit wird oder eher ein hübscher Franchise-Nachschlag, hängt an zwei Dingen: Ton und Figurenchemie. Der Look kann polarisieren, die Stimmen können nerven – aber wenn die Storys clever sind und die Dynamik stimmt, wird das Publikum mitgehen.
Animation statt Live-Action ist eben für viele ein Kulturschock. Netflix schickt Stranger Things als Cartoon zurück nach Hawkins: „Stranger Things: Tales From ’85“ bringt bekannte Figuren, aber neuen Look und neue Stimmen. Am 23.April 2026 geht es dann los. Mit sicher noch wilderen Diskussionen.
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