Whitney Houston (1987)
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Whitney Houston (1987)
16.02.2026

Neues Duett mit Whitney Houston! Wie geht das überhaupt?

Whitney Houston ist wieder im Radio zu hören, und zwar in einem neuen Duett mit einem Künstler von heute. Wir klären, wie das möglich ist.

Whitney Houston mit One Moment In Time

SOUL BALLADS

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Von Kool & The Gang bis Randy Crawford: 80s80s SOUL BALLADS sammelt die emotionalen Höhepunkte des Jahrzehnts der großen Stimmen. Deep. Slow. Classy.


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Whitney Houston mit One Moment In Time
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Wie entstand das Duett von Calum Scott und Whitney Houston?

Ist Euch das auch in letzter Zeit passiert? Ihr schaltet das Radio ein, erkennt sofort diese Stimme: Glasklar, groß, unverwechselbar. Whitney Houston. Und doch klingt es irgendwie anders, oder? Nicht nach der bekannten Version, nicht nach „da war doch was“-Nostalgie, sondern nach einer frischen Fassung, die sich ganz selbstverständlich in den Alltag schiebt. Dann kommt der Moment, in dem der Gedanke kurz stockt: Das ist ein neues Duett, ein Release von jetzt. Das kleine Problem daran ist nur, dass Whitney Houston seit dem 11. Februar 2012 tot ist. Willkommen im Popjahr 2026, in dem verstorbene 80er-Ikonen Duette veröffentlichen.

Calum Scott & Whitney Houston - "I Wanna Dance With Somebody" | TVOG 2025
Calum Scott & Whitney Houston - "I Wanna Dance With Somebody" | TVOG 2025

Was steckt hinter dem neuen Duett?

Der Grund für dieses Chart-Revival heißt Calum Scott. Der britische Sänger, bekannt für seine emotionalen Popballaden, hat eine neue Version von "I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)" veröffentlicht.

Nicht als Remix-Partytrack, sondern als Duett-Ballade. Und ja: Es ist tatsächlich ein Duett, weil Whitney Houston mit ihrer Originalstimme Teil des Songs ist. Die Veröffentlichung wird offiziell als Kollaboration geführt und hat sich in den Charts bemerkbar gemacht.

In Deutschland bekam Calum Scott durch The Voice of Germany einen richtigen Schub. Er präsentierte im Finale das Duett denkbar emotional. Eine Bühne voller Kerzen, eine große Videowand mit der singenden Whitney Houston...

Nach wenigen Sekunden setzt dann auch Calum Scotts Stimme ein – und, ja, die Zuschauer namen die Performance als Duett war.

Natürlich stellt sich sofort die Frage: Wie kommt Calum Scott überhaupt an Material von Whitney Houston, das so klingt, als sei es gestern aufgenommen worden? Die Antwort ist weniger mystisch als viele denken.

Es geht um Archivmaterial, das professionell verwaltet wird. Das Projekt wurde offiziell vom Whitney Houston-Nachlass begleitet und von Rechteinhabern unterstützt. Die Originalspuren, sogenannte Vocal Stems, stammen aus den Multitrack-Aufnahmen des Songs und wurden Calum Scott für diese Produktion zur Verfügung gestellt.

Das ist in der Branche längst kein Hexenwerk mehr. Wer die Rechte besitzt, besitzt auch den Schlüssel zum Archiv. Und wenn das Archiv groß genug ist, lässt sich daraus nicht nur ein Jubiläums-Boxset bauen, sondern auch ein komplett neues Pop-Produkt.

Heute schon für den 80s80s Countdown abgestimmt?

Calum Scott, Whitney Houston - I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me) | The One Show - BBC
Calum Scott, Whitney Houston - I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me) | The One Show - BBC

Vom Live-Moment zum offiziellen Release

Spannend ist, dass diese Idee nicht im Meetingraum entstanden sein soll, sondern auf der Bühne. Calum Scott erzählt, dass er im Vorjahr begonnen hatte, Teile des Refrains von Whitney Houstons "I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)" in seine Live-Performances einzubauen. Der Effekt war offenbar so stark, dass es sich wie ein natürlicher Übergang anfühlte.

Und dann kam der Moment, in dem aus einem Bühnen-Gag plötzlich ernsthafte Popgeschichte wurde. Calum Scott erzählt es in in einem offiziellen Statement zur Veröffentlichung so:

„Letztes Jahr begann ich, einen Refrain von ‘I Wanna Dance With Somebody’ einzubauen, als ich ‘Dancing On My Own’ live performte. Der Text passte perfekt und die Fans reagierten immer begeistert. Aber ich hätte nie gedacht, dass … sie mich für eine Zusammenarbeit kontaktieren würden!“

Der 1988 geborene Calum Scott scheint seit seiner Kindheit ein Fan von Whitney Houston zu sein: „Als ich aufwuchs, spielte meine Mutter im Auto immer Whitney Houstons Musik, und ihre legendäre Stimme hatte einen großen Einfluss auf mich.“

Das ist ein Satz, der viel erklärt. Whitney Houston war nie nur ein 80er-Star. Sie war für viele Familien ein Soundtrack, der in Autos, Wohnzimmern und auf Mixtapes mitlief. Weit über die 80er hinaus.

Calum Scott hat den Song nicht als 80er-Disco-Update angelegt, sondern als Ballade. Das könnte man als Risiko sehen, aber es ist eigentlich der clevere Move. Denn niemand braucht 2026 einen weiteren Dance-Remix, der auf dem Papier „modern“ ist.

Die Balladen-Version hingegen gibt der Stimme von Whitney Houston Raum. Calum Scott formuliert das selbst sehr klar: „Es hat mir wirklich die Ehre bereitet, Whitneys Stimme zu nutzen, um ihren Song als Duett-Ballade neu zu interpretieren, von der ich hoffe, dass sie ihre unglaubliche Kunstfertigkeit weiterhin verewigt. Diese Chance ist ein Traum, der wahr geworden ist.“

Whitney Houston (1988)
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Whitney Houston (1988)

Was bedeutet das für das 80er-Erbe?

Für Whitney Houston ist das ein weiteres Kapitel in einer Karriere, die zum Glück nicht zu enden scheint. Und für die 80er ist es ein Paradebeispiel dafür, wie stark diese Dekade als Content-Bibliothek genutzt wird: Diese Songs sind Marken. Diese Stimmen sind Assets. Und wenn man es richtig macht, werden daraus wieder Hits. Denn Radio liebt Songs, die sofort funktionieren.

Und das Duett hat mehrere Vorteile auf einmal: Whitney Houston ist ein Name, der in Sekunden Wiedererkennung auslöst, selbst bei Leuten, die nicht mal genau wissen, wann "I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)" ursprünglich erschienen ist. Calum Scott bringt gleichzeitig den modernen Touch.  

Das Spannende an dieser Veröffentlichung ist, dass sie nicht nur musikalisch funktioniert, sondern auch als Statement darüber, wie Pop heute läuft. Es gibt Material, Aufmerksamkeit und den richtigen Moment. Und wenn ein Künstler wie Calum Scott das richtige Gefühl für Timing hat, kann er einen 80er-Hit so ins Heute ziehen.

Dabei ist wichtig: Das hier ist kein Zufallsprodukt. Hinter solchen Releases stehen Rechteverwalter, Erbengemeinschaften, Labels und strategische Planung. Der Whitney Houston-Katalog wird seit Jahren aktiv gepflegt, neu aufbereitet und regelmäßig in neue Kontexte gestellt. Das Duett ist die nächste Stufe dieser Strategie: nicht nur Wiederveröffentlichung, sondern echte „Neuproduktion“ mit historischem Material.

Whitney Houston war schon zu Lebzeiten ein Maßstab. Was sich geändert hat: Heute wird dieser Maßstab nicht mehr nur in Plattenverkäufen gemessen, sondern in Streams, Radio-Rotation, TikTok-Snippets und Playlist-Platzierungen. Und ja, auch wenn der Song nicht für TikTok gebaut wurde, ist er genau der Typ Track, der dort funktionieren kann: klare Emotion, sofort erkennbare Melodie, ikonische Stimme.

Die Plattenbosse lieben solche Momente, weil sie das Beste aus zwei Welten kombinieren: Nostalgie für diejenigen, die sich erinnern, und Entdeckung für diejenigen, die es zum ersten Mal hören. Und wer überhaupt nicht genug von Whitney Houstons Stimme bekommen kann, schaltet jetzt 80s80s SOUL BALLADS ein. Ein neues Radio, dass die ganz großen Stimmen der 80er feiert.

Whitney Houston - I Wanna Dance With Somebody (Official Video)

Whitney Houston - I Wanna Dance With Somebody (Official Video)
Whitney Houston - I Wanna Dance With Somebody (Official Video)

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