Red Hot Chili Peppers: Die wilde 80er-Zeit
Eine neue Doku über die Red Hot Chili Peppers erinnert an die chaotischen Anfänge der Band, inklusive der berüchtigten Socken-Shows aus der LA-Clubszene der 80er.
Eine neue Doku über die Red Hot Chili Peppers erinnert an die chaotischen Anfänge der Band, inklusive der berüchtigten Socken-Shows aus der LA-Clubszene der 80er.
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Die Red Hot Chili Peppers wurden 1983 in Los Angeles gegründet. Die Band entwickelte schon in den 80ern ihren Mix aus Funk, Punk und Rap – eine Grundlage für den späteren weltweiten Erfolg der Gruppe und eine der ungewöhnlichsten Live-Shows der Dekade.
Los Angeles, Mitte der 80er. Ein kleiner Club, verschwitzte Bühne, kaum Licht. Vier junge Musiker springen auf die Bühne, drehen die Verstärker auf und tragen dabei fast nichts – außer einer Socke! Genau so wurden Red Hot Chili Peppers in der lokalen Szene bekannt. Anthony Kiedis brüllt ins Mikro, Flea springt wie ein Gummiball über die Bühne, während Hillel Slovak die Funk-Riffs liefert und Jack Irons das Tempo treibt.
Die berüchtigten „Socks-on-Cocks“-Auftritte gehören bis heute zu den wildesten Bildern der frühen Bandgeschichte der Red Hot Chili Peppers. Jahrzehnte später sorgt nun eine neue Dokumentation über Hillel Slovak wieder dafür, dass genau diese Phase ins Rampenlicht rückt. Ein Trailer, der unter anderem auf YouTube verbreitet wurde, zeigt Archivmaterial aus der Anfangszeit von Red Hot Chili Peppers – und erinnert daran, dass die Geschichte der Band viel früher beginnt, als viele Fans denken. Denn Die Geschichte der Red Hot Chili Peppers beginnt 1983 an der Fairfax High School in Los Angeles. Anthony Kiedis, Flea, Hillel Slovak und Jack Irons sind damals Freunde, die Funk, Punk und Rap miteinander kombinieren wollen. Die Szene in Los Angeles ist offen für Experimente, und genau dort finden Red Hot Chili Peppers ihren Sound. Schon das Debütalbum „The Red Hot Chili Peppers“ von 1984 zeigt die Richtung: schneller Funk-Rock mit Rap-Einflüssen. Anthony Kiedis entwickelt seinen charakteristischen Sprechgesang, während Flea den Bass wie ein Percussion-Instrument spielt. Besonders prägend ist dabei Hillel Slovak, dessen Gitarrenspiel Funk und Hardrock verbindet. Doch der Weg zum Erfolg ist in den 80ern alles andere als geradlinig. Alben wie „Freaky Styley“ von 1985 oder „The Uplift Mofo Party Plan“ von 1987 bringen zwar Aufmerksamkeit, bleiben kommerziell aber überschaubar. Trotzdem wächst der Ruf von Red Hot Chili Peppers als radikal andere Live-Band.
Die legendären Sock-Shows entstehen fast zufällig. Bei einem frühen Auftritt in Los Angeles improvisieren Anthony Kiedis, Flea, Hillel Slovak und Jack Irons einen Gag: Die Band erscheint komplett nackt auf der Bühne – nur mit einer Socke über dem Penis. Der Effekt ist sofort da. Das Publikum reagiert mit Schock, Gelächter und Begeisterung. Für die Red Hot Chili Peppers passt die Aktion perfekt zum anarchischen Stil der Band. Die Mischung aus Funk-Grooves, Punk-Energie und provokantem Humor wird zum Markenzeichen. Vor allem Flea und Anthony Kiedis treiben die Show immer weiter. Die Socke wird zum Running Gag der frühen Konzerte der Red Hot Chili Peppers, besonders in kleinen Clubs der LA-Szene. Fotos dieser Auftritte tauchen später immer wieder in Musikmagazinen und Bandbiografien auf.
In der neuen Dokumentation steht vor allem Hillel Slovak im Mittelpunkt. Der Gitarrist war nicht nur Gründungsmitglied von Red Hot Chili Peppers, sondern auch musikalisch eine Schlüsselfigur der frühen Jahre.
Der Stil von Hillel Slovak verbindet Funk-Rhythmen mit Rock-Gitarren. Diese Mischung prägt die ersten drei Alben der Band entscheidend. Besonders auf „The Uplift Mofo Party Plan“ zeigt Hillel Slovak, wie flexibel die Musik von Red Hot Chili Peppers sein kann.
Doch die 80er-Jahre sind auch eine Zeit voller Probleme. Die Szene in Los Angeles ist geprägt von Drogen, und viele junge Musiker kämpfen mit Abhängigkeit. Auch Hillel Slovak gerät in diese Spirale. 1988 stirbt Hillel Slovak im Alter von nur 26 Jahren an einer Überdosis Heroin.
Für Anthony Kiedis und Flea ist der Verlust ein Schock. Jack Irons verlässt kurz danach die Band. Die Zukunft der Red Hot Chili Peppers steht plötzlich infrage. Doch Anthony Kiedis und Flea entscheiden sich weiterzumachen. 1
988 stößt John Frusciante zur Band, und Chad Smith wird neuer Schlagzeuger. Mit dieser Besetzung nehmen Red Hot Chili Peppers 1989 das Album „Mother’s Milk“ auf. Viele Fans sehen darin den Moment, in dem der typische Sound der Band endgültig entsteht.
Heute verbinden viele Menschen Red Hot Chili Peppers vor allem mit den 90ern. Der weltweite Durchbruch kommt schließlich erst 1991 mit „Blood Sugar Sex Magik“. Songs wie „Under the Bridge“ oder „Give It Away“ machen Anthony Kiedis, Flea, John Frusciante und Chad Smith zu internationalen Stars.
Doch die Grundlage dafür entsteht schon Jahre vorher. Ohne die Experimente der frühen 80er, ohne die Clubshows in Los Angeles und ohne Hillel Slovak wäre die Band vermutlich ganz anders verlaufen.
Genau deshalb sorgt die neue Dokumentation über Hillel Slovak gerade für Diskussionen unter Fans der Red Hot Chili Peppers. Sie erinnert daran, dass ein großer Teil der Bandgeschichte in den 80ern stattfindet – lange bevor die Gruppe zum globalen Phänomen wird.
Für Anthony Kiedis und Flea bleibt diese Zeit bis heute prägend. In Interviews sprechen beide immer wieder darüber, wie stark die frühen Jahre der Red Hot Chili Peppers ihren Stil geformt haben. Die Mischung aus Funk, Punk und Hip-Hop, die Hillel Slovak und Flea damals entwickelten, ist natürlich auch auf späteren Alben hörbar.
Selbst Jahrzehnte nach den ersten Auftritten tragen viele Songs der Band noch die DNA dieser wilden Anfangszeit. Die neue Doku zeigt deshalb nicht nur eine nostalgische Episode. Sie macht deutlich, dass der Mythos der Red Hot Chili Peppers schon in den 80ern beginnt – in kleinen Clubs, mit lauten Verstärkern und einer Socke als Bühnenkostüm.
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