Hüsker Dü: Bob Mould wieder auf Tour
Zwischen Solo, Sugar und Klassikern seiner alten Band zeigt Bob Mould, warum Hüsker Dü bis heute nachwirken.
Zwischen Solo, Sugar und Klassikern seiner alten Band zeigt Bob Mould, warum Hüsker Dü bis heute nachwirken.
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Hüsker Dü veröffentlichten 1984 das Doppelalbum "Zen Arcade" – ein Meilenstein des Hardcore-Punk. Das Werk gilt als Blaupause für Alternative Rock. Bandgründer Bob Mould hat jetzt neue Tourdaten angekündigt. Bob Mould liefert 2026 nicht nur Shows, sondern eine Erinnerung daran, warum Hüsker Dü bis heute als Referenz gelten.
Als Bob Mould, Grant Hart und Greg Norton 1979 in Minneapolis Hüsker Dü gründen, ist von Einfluss noch keine Rede. Die Szene ist klein, laut und schnell, und genau so klingt auch die Band am Anfang. Frühwerke wie "Land Speed Record" zeigen eine kompromisslose Hardcore-Band, die eher durch Tempo als durch Struktur auffällt. Doch schon hier wird klar: Bob Mould und Grant Hart denken weiter als viele ihrer Zeitgenossen. Während andere Bands im Schema bleiben, beginnen Bob Mould und Grant Hart, Melodien in den Lärm einzubauen.
Der entscheidende Schritt kommt Mitte der 80er. Mit "Zen Arcade" (1984) sprengen Bob Mould und Grant Hart gemeinsam mit Greg Norton die Grenzen des Hardcore. Ein Doppelalbum, ein Konzept, ein Statement – und plötzlich ist da mehr als nur Wut. Songs wie "Celebrated Summer" zeigen, dass Hüsker Dü Gefühle transportieren können, ohne an Energie zu verlieren. Bob Mould schreibt Stücke, die gleichzeitig aggressiv und eingängig sind, während Grant Hart mit eigenen Songs eine zweite kreative Achse bildet. Mit "New Day Rising" und "Flip Your Wig" gehen Bob Mould, Grant Hart und Greg Norton diesen Weg konsequent weiter. Die Produktion bleibt rau, aber die Songs werden klarer. Genau hier entsteht das, was später als Alternative Rock bezeichnet wird. Bands wie die Pixies und Sonic Youth greifen genau diese Mischung auf.
Der Wechsel zu einem Major-Label bringt Hüsker Dü Ende der 80er mehr Sichtbarkeit, aber auch neue Spannungen. "Candy Apple Grey" und "Warehouse: Songs and Stories" zeigen eine Band, die ihren Sound weiter öffnet. Bob Mould schreibt zunehmend strukturierter, während Grant Hart weiterhin eigene Akzente setzt. Doch hinter den Kulissen wird es kompliziert. Unterschiedliche Vorstellungen, persönlicher Druck und der steigende Erfolg führen dazu, dass die Zusammenarbeit zwischen Bob Mould und Grant Hart immer schwieriger wird. 1988 ist Schluss. Hüsker Dü lösen sich auf, ohne großes Finale, ohne Abschiedstour. Bob Mould geht seinen eigenen Weg, Grant Hart ebenfalls, und Greg Norton zieht sich zeitweise ganz aus der Musik zurück. Die Band, die den Sound einer ganzen Generation vorweggenommen hat, verschwindet – zumindest offiziell.
Während Grant Hart bis zu seinem Tod 2017 musikalisch aktiv bleibt, entwickelt sich Bob Mould zu einer der konstantesten Figuren im Alternative Rock. Nach ersten Soloalben gründet Bob Mould Anfang der 90er die Band Sugar und landet mit "Copper Blue" einen der prägendsten Alternative-Releases des Jahrzehnts.
Der Sound ist klarer, zugänglicher, aber die DNA von Hüsker Dü ist jederzeit hörbar. 2026, steht Bob Mould wieder auf der Bühne und bringt genau diese Mischung aus Energie und Melodie zurück. Die aktuellen Touren, begleitet von neuen Songs und Klassikern, zeigen: Bob Mould hat nichts von seiner Direktheit verloren. Und auch wenn Hüsker Dü nicht mehr existieren, lebt ihr Sound in jedem Akkord weiter.
Warum sind Hüsker Dü heute noch relevant?
Die Antwort liegt nicht nur in der Musik, sondern in der Haltung. Bob Mould und Grant Hart haben gezeigt, dass Hardcore mehr sein kann als Tempo und Lautstärke. Sie haben Strukturen geöffnet, Emotionen zugelassen und damit eine Brücke gebaut zwischen Punk und Pop. Ohne Hüsker Dü wäre Alternative Rock kaum denkbar.
Dass Bob Mould heute wieder auf Tour geht, ist deshalb mehr als nur ein Konzert-Update. Es ist ein Reminder: Hüsker Dü waren nie die größte Band ihrer Zeit, aber sie waren eine der wichtigsten.
Am 11. Juni 2026 spielte Bob Mould in Berlin (siehe Video). Bis zum 19. Juni ist er mit Sugar noch live in Europa unterwegs und dann von Mitte August bis Oktober in den USA.
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