Marilyn hatte sich in mehreren Posts auf X kritisch zur aktuellen Trans-Debatte geäußert. Dabei ging es um Fragen von Geschlechtsidentität, Aktivismus und öffentlicher Sprache. Kritiker werfen Marilyn vor, wiederholt trans Personen misgendert zu haben und Narrative zu bedienen, die in konservativen Kreisen kursieren.
Marilyn selbst sieht sich nach eigenen Aussagen nicht als transfeindlich, sondern als jemand, der „Realitäten“ anspreche, die aus seiner Sicht diskutiert werden müssten. Schon in früheren Interviews hatte Marilyn betont, dass er sich als androgyner Mann verstehe, nicht als trans Frau.
Diese biografische Selbstverortung zieht sich durch seine öffentlichen Statements. Marilyn betont regelmäßig, dass sein Stil und seine Identität aus der New-Romantic-Zeit stammen – aus einer Subkultur, in der Geschlechterrollen performativ gebrochen wurden, ohne dass zwingend eine medizinische oder soziale Transition im heutigen Sinn dahinterstand.
Genau hier liegt die Reibung. Während jüngere queere Stimmen Geschlechtsidentität stärker als individuelles, selbstdefiniertes Spektrum begreifen, argumentiert Marilyn eher aus einer Perspektive der 80er: Provokation als Stilmittel, Androgynität als ästhetisches Statement, nicht zwingend als politische Identität.