Neues Duett von George Michael und Elton John?
Hinter „This Kind Of Love“ steckt ein unvollendetes Musikprojekt. Ob daraus tatsächlich ein Duett wird, hängt von Freigaben, Rechtefragen und dem Umgang mit George Michaels Nachlass ab.
Hinter „This Kind Of Love“ steckt ein unvollendetes Musikprojekt. Ob daraus tatsächlich ein Duett wird, hängt von Freigaben, Rechtefragen und dem Umgang mit George Michaels Nachlass ab.
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Bei dieser Kombination fängt die Popmaschine sofort an zu rattern. Ausgangspunkt der Meldung sind Aussagen von Andros Georgiou, einem Cousin, langjährigen Vertrauten und früheren Manager von George Michael. Andros Georgiou erklärte gegenüber der „Bizarre“-Kolumne der britischen Zeitung The Sun, dass getrennte Gesangsaufnahmen von George Michael und Elton John zu einem Song namens „This Kind Of Love“ existierten.
„Ich habe George, der den Track singt, und Elton, der den Track singt. Der Traum wäre also, daraus einen weiteren Track zu machen“, sagte Andros Georgiou laut The Sun. Für die entscheidende Frage lieferte Andros Georgiou allerdings gleich selbst die Einschränkung: „Ich müsste Elton um seine Erlaubnis bitten, die Stimmen zusammenzufügen.“ Die Veröffentlichung ist damit kein beschlossenes Projekt, sondern zunächst eine Idee des früheren Wegbegleiters von George Michael.
Dass sich die Geschichte dennoch schnell verbreitet, ist kaum überraschend. NME griff die Aussagen von Andros Georgiou auf und machte daraus die Aussicht, ein neues Duett von George Michael und Elton John könne „auf dem Weg“ sein. Das ist nicht falsch, klingt aber wesentlich weiter fortgeschritten, als es der bekannte Stand rechtfertigt. Eine öffentliche Bestätigung von Elton John, seinem Management oder dem offiziellen Nachlass von George Michael liegt bislang nicht vor.
„This Kind Of Love“ führt zurück in das Jahr 1993 und zu einem Projekt, das selbst unter gut informierten Fans von George Michael lange als rätselhaftes Kapitel galt. Unter dem Namen „Trojan Souls“ sollte ein gemeinsames Album mit mehreren prominenten Sängerinnen und Sängern entstehen. George Michael war dabei als Songwriter, Produzent und musikalischer Mittelpunkt vorgesehen, während internationale Stars seine Kompositionen interpretieren sollten.
Auf der offiziellen Seite des heutigen Filmprojekts „Trojan Souls“ beschreibt Andros Georgiou die ursprüngliche Idee als kollaboratives Album, für das unter anderem Elton John, Stevie Wonder, Sade Adu, Seal Henry Olusegun Samuel, Janet Jackson, Aretha Franklin und Bryan Ferry zugesagt hätten. Das Album wurde jedoch nie in der geplanten Form fertiggestellt. Die Aufnahmen und das während der Sessions entstandene Filmmaterial blieben über Jahrzehnte weitgehend unter Verschluss. Andros Georgiou hat aus diesem Material inzwischen einen Film über die Entstehung und das Scheitern von „Trojan Souls“ zusammengestellt.
Der aktuelle Wirbel um George Michael und Elton John kommt also nicht aus dem Nichts: Die mögliche Single ist eng mit der Veröffentlichung und Bewerbung dieses Films verbunden. Das macht die Geschichte interessant, verlangt aber auch etwas Abstand. Ein Beteiligter an einem Filmprojekt hat naturgemäß ein Interesse daran, dass über das dazugehörige Material gesprochen wird. Nach Darstellung von Andros Georgiou kam Elton John damals ins Studio, um „This Kind Of Love“ aufzunehmen. Außerdem soll Andros Georgiou ein bislang nicht veröffentlichtes Interview mit Elton John besitzen, das für eine spätere Auswertung des Films zurückgehalten werde. Elton John habe damals erklärt, dass er für George Michael grundsätzlich „alles“ tun würde. Diese Aussagen stammen allerdings aus der Erinnerung und Darstellung von Andros Georgiou, nicht aus einer aktuellen Stellungnahme von Elton John.
Dass Gesangsspuren von George Michael und Elton John existieren, bedeutet zunächst nur, dass beide denselben Song aufgenommen haben könnten. Ob George Michael und Elton John die Aufnahmen ausdrücklich als gemeinsames Duett verstanden, ob eine konkrete Mischung geplant war und wie weit die Produktion damals fortgeschritten war, ist öffentlich nicht dokumentiert.
Im Zeitalter digitaler Studiotechnik lassen sich zwei getrennte Stimmen vergleichsweise unkompliziert in einer Aufnahme zusammenführen. Die technische Möglichkeit ist bei George Michael und Elton John aber der einfachste Teil. Entscheidender sind künstlerische und rechtliche Fragen: Wer besitzt die Originalaufnahmen? Wer kontrolliert die Komposition? Wer darf einer Bearbeitung zustimmen? Und entspricht eine neue Mischung noch dem, was George Michael selbst veröffentlichen wollte?
Gerade bei George Michael ist diese Frage nicht nebensächlich. George Michael war nicht nur Sänger, sondern ein äußerst kontrolliert arbeitender Autor, Arrangeur und Produzent. Der Wechsel von Wham! zur Solokarriere bedeutete für George Michael auch den Anspruch, seine Musik und deren Präsentation selbst zu bestimmen. Das offizielle Team von George Michael veröffentlicht zwar weiterhin Archivmaterial, geht dabei aber erkennbar kuratiert vor. Für 2026 wurde etwa ein Konzertfilm zur „Faith“-Tour samt Livealbum mit zuvor unveröffentlichten Aufnahmen angekündigt. Diese Veröffentlichung wird direkt von George Michael Entertainment und Sony Music Entertainment begleitet. Bei „This Kind Of Love“ fehlt eine vergleichbare offizielle Kommunikation bislang.
Andros Georgiou sagt selbst, dass Elton John einer Zusammenführung der Stimmen zustimmen müsste. Damit liegt ein wichtiger Teil der Entscheidung offenbar nicht bei Andros Georgiou allein. Selbst bei vorhandenen Tonspuren können Leistungsschutzrechte, Eigentumsrechte an den Aufnahmen, Verlagsrechte und vertragliche Absprachen eine Veröffentlichung kompliziert machen.
Dazu kommt die Frage nach der künstlerischen Freigabe. Elton John müsste nicht nur akzeptieren, dass eine mehr als 30 Jahre alte Gesangsaufnahme verwendet wird. Elton John müsste womöglich auch einer Produktion zustimmen, deren endgültige Form erst heute geschaffen würde und die anschließend als Duett mit George Michael vermarktet werden könnte. Dass Andros Georgiou von einer voraussichtlichen Zustimmung durch Elton John ausgeht, ist nachvollziehbar. Es bleibt trotzdem eine Annahme. Elton John hat seine Verbundenheit mit George Michael nach dessen Tod mehrfach öffentlich gezeigt. Eine emotionale und persönliche Nähe ersetzt jedoch keine konkrete Freigabe für ein posthumes Musikprojekt. Für den Nachlass von George Michael gilt dasselbe. Selbst wenn eine Aufnahme technisch überzeugend klingt und Elton John zustimmt, müssten die Verantwortlichen entscheiden, ob die Veröffentlichung zum bekannten Willen und zum künstlerischen Anspruch von George Michael passt. Genau an dieser Stelle wird aus einer hübschen Popmeldung eine Debatte über Verantwortung.
George Michael und Elton John waren bereits lange vor „This Kind Of Love“ musikalisch miteinander verbunden. Bei Live Aid 1985 sang George Michael „Don’t Let The Sun Go Down On Me“, während Elton John am Klavier saß. Zu einem vollständigen Gesangsduett wurde die Nummer damals allerdings noch nicht.
Während seiner „Cover To Cover“-Tour holte George Michael Elton John im März 1991 in der Wembley Arena überraschend auf die Bühne. George Michael begann den Song allein und kündigte Elton John im später berühmt gewordenen Moment als besonderen Gast an. Die Liveaufnahme wurde im November 1991 als Single veröffentlicht.
Das Ergebnis war mehr als ein nostalgischer Gastauftritt. „Don’t Let The Sun Go Down On Me“ erreichte in Großbritannien Platz eins und blieb dort zwei Wochen. Auch in den USA führte das Duett die Singlecharts an.
Die offizielle Seite von Elton John spricht von Spitzenpositionen in sieben Ländern und einer Grammy-Nominierung. Einnahmen aus der Single kamen mehreren wohltätigen Organisationen zugute. Bemerkenswert ist, dass Elton John selbst zunächst Zweifel an der Veröffentlichung hatte.
Nach Darstellung seiner offiziellen Website hinterließ Elton John auf dem Anrufbeantworter von George Michael sogar die Warnung, der Song sei nicht stark genug für eine Single. Damit lag Elton John ziemlich spektakulär daneben – was beruhigend ist, weil offenbar selbst Popstars gelegentlich eine Prognose abgeben, die man später besser nicht auf eine Tasse druckt.
Die Versuchung liegt auf der Hand: Ein zweites Duett von George Michael und Elton John könnte an eine der erfolgreichsten gemeinsamen Aufnahmen der frühen 90er anknüpfen. Die Voraussetzungen wären diesmal jedoch völlig andere. „Don’t Let The Sun Go Down On Me“ entstand aus einem gemeinsam erlebten Bühnenmoment. George Michael und Elton John standen nebeneinander, reagierten musikalisch aufeinander und konnten der Veröffentlichung selbst zustimmen. „This Kind Of Love“ wäre dagegen eine nachträglich konstruierte Zusammenarbeit. George Michael starb am 25. Dezember 2016 und kann weder die neue Mischung beurteilen noch Interviews dazu geben oder eine Veröffentlichung stoppen. Die offizielle Website von George Michael beschreibt seinen Tod als unerwartet und verweist auf das musikalische Werk, das er als Solokünstler und als Mitglied von Wham! hinterließ.
Posthume Musik bewegt sich fast immer zwischen Dokumentation und Vermarktung. Auf der einen Seite wollen Fans nachvollziehbarerweise hören, was George Michael im Studio aufgenommen hat. Auf der anderen Seite hatte George Michael möglicherweise gute Gründe, bestimmte Stücke nicht zu veröffentlichen oder nicht fertigzustellen. Bei „Trojan Souls“ kommt hinzu, dass das gesamte Projekt offenbar unvollendet blieb. Die offizielle Filmseite nennt es bewusst „das größte Album, das nie gemacht wurde“. Diese Formulierung verkauft nicht nur Musik, sondern auch das Scheitern als Mythos. Für Andros Georgiou ist die offene Geschichte ein zentraler Teil des Films; für den Nachlass von George Michael kann dieselbe Geschichte eine schwierige Abwägung zwischen historischem Interesse und künstlerischer Kontrolle sein.
Bestätigt ist nach aktuellem Stand lediglich die Aussage von Andros Georgiou, dass er getrennte Aufnahmen von George Michael und Elton John besitzt oder auf diese zugreifen kann. Andros Georgiou möchte die Stimmen für „This Kind Of Love“ zusammenführen und hält eine Zustimmung von Elton John für wahrscheinlich. Nicht bestätigt sind eine Freigabe durch Elton John, eine Zustimmung des offiziellen Nachlasses von George Michael, die Beteiligung eines Labels, ein Produzent für die neue Fassung oder ein Veröffentlichungstermin. Auch eine offizielle Hörprobe der geplanten Duettversion wurde bislang nicht präsentiert.
George Michael – da denken viele an Wham!, an das legendäre “Faith”-Album, das Video mit den Topmodels oder den Cruising-Skandal. Doch das ist nur ein kleiner Teil des Lebens dieses Ausnahmetalents. Der Podcast erzählt von seiner Karriere voller unglaublicher Höhen und dramatischen Tiefen – und von dem weitestgehend unbekannten Menschen hinter der glitzernden Pop-Fassade.
„The Story / George Michael” geht auch der Frage nach: Wie kann es sein, dass auch dieser 80er-Megastar, genauso wie Michael Jackson, Whitney Houston oder Prince viel zu früh sterben musste?
Und vor allem feiern wir in “The Story / George Michael” einen begnadeten Musiker, Sänger und Songwriter. Wie gut und wie außergewöhnlich talentiert dieser Mann wirklich wahr, haben viele immer noch nicht verstanden.
Wir haben für diesen Podcast mit Wegbegleitern von George Michael gesprochen, wie Steve Norman von Spandau Ballet, der George schon aus Jugendzeiten kennt. Der ehemalige Wham!-Manager Simon Napier-Bell hat uns ein Interview gegeben und auch der legendäre MTV-Moderator Ray Cokes, der George oft getroffen hat, ist mit dabei.
Die Geschichte von George Michael, wie ihr sie noch nie gehört habt: Wir wünschen viel Spaß!
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„I Want Your Sex“ war George Michaels erste Solo-Single nach dem Ende vom Wham! Der Songtext und vor allem das Video waren sehr freizügig. Doch dass der Aufschrei so groß werden würde, dass niemand das Original-Video zeigen wollte, war dann doch nicht geplant. Die ganze Geschichte hört ihr in dieser Folge.
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