Dank Stranger Things ist Bowie bei Gen-Z total angesagt
David Bowies „Heroes“ verzeichnet nach dem Finale von „Stranger Things“ einen deutlichen Anstieg der Streamingzahlen. Auslöser ist die Platzierung des Songs in den Endcredits der letzten Folge.
David Bowies „Heroes“ verzeichnet nach dem Finale von „Stranger Things“ einen deutlichen Anstieg der Streamingzahlen. Auslöser ist die Platzierung des Songs in den Endcredits der letzten Folge.
Als die letzte Folge von Stranger Things am 31. Dezember endet, setzt die Serie nicht auf einen neuen Track oder einen erklärenden Schlussakkord. Stattdessen läuft „Heroes“. David Bowie, 1977. Genau diese Entscheidung entfaltet Wirkung. In den Tagen nach dem Finale steigen die Streamingzahlen deutlich. Laut Luminate-Daten vervielfacht sich die tägliche Nutzung im Vergleich zum bisherigen Durchschnitt, mit Spitzenwerten von bis zu 470.000 Abrufen pro Tag. Fast 500 Prozent Plus. Das ist kein beiläufiger Effekt, sondern ein klarer Hinweis darauf, wie präzise Musik hier platziert wurde.
„Heroes“ von David Bowie funktioniert im Abspann nicht als großes Statement. Der Song kommentiert nichts, er bewertet nichts, er schiebt sich nicht nach vorn. Er bleibt offen. Für viele jüngere Zuschauer*innen von Stranger Things scheint genau das der Zugang zu sein. David Bowie taucht hier nicht als 80s Ikone auf, sondern als Stimme, die einen Moment trägt. Entscheidend ist auch, dass es die Originalversion ist. In früheren Staffeln hatte Stranger Things mit dem Peter Gabriel-Cover gearbeitet. Für das Finale aber sollte es aber David Bowie selbst sein. Weniger vermittelt, direkter, klarer.
Der Impuls für diese Entscheidung kam von Joe Keery, der in der Serie Steve Harrington spielt. In einem Interview erklärten die Duffer Brothers, Joe Keery habe vorgeschlagen, „Heroes“ für die Endcredits zu nutzen. Für sie war schnell klar, dass das passt. Der Song habe sich über die Jahre wie eine inoffizielle Hymne der Serie angefühlt, und die David Bowie-Version wirkte für den Abschluss einfach richtig.
Dass David Bowie damit gerade bei der Gen Z wieder sichtbar wird, ist kein Zufall, aber auch kein kalkulierter Nostalgieeffekt. Stranger Things hat über die gesamte Laufzeit gezeigt, wie stark Musik wirkt, wenn sie nicht ausgestellt wird. Kate Bush ist dafür das bekannteste Beispiel. Jetzt "trifft" es David Bowie. Und auch Joe Keery selbst steht plötzlich im Fokus: Sein Musikprojekt Djo profitiert ebenfalls vom Finale. Der Song „End of Beginning“ steigt in dieser Woche auf Platz 1 der globalen Spotify Charts.
Neben David Bowie spielt Prince im Stranger Things-Finale eine zentrale Rolle. Für die entscheidenden Momente der letzten Episode greifen die Macher auf „When Doves Cry“ und „Purple Rain“ zurück. Die Songs sind bewusst groß gesetzt, fast theatralisch, ohne kitschig zu wirken. Ross Duffer sagte, man habe selten so intensiv über eine Songauswahl diskutiert wie bei diesen Szenen. Als klar war, dass ein Plattenspieler Auslöser für den Wendepunkt sein würde, brauchte es Musik mit maximaler Fallhöhe. Für ihn sei nichts wirklich Epischeres als Prince.
Die Wirkung zeigt sich auch hier unmittelbar. Laut Variety legten die Streams von „Purple Rain“ nach der Ausstrahlung deutlich zu, besonders stark bei Gen-Z-Hörerinnen & -Hörern.