Falco - Jeanny Part I

Falco - Jeanny Part I
Falco - Jeanny Part I

Falco: "Jeanny Part I"

Jahr: 1985
Länge: 04:30
Album: Hoch wie nie
Label: Ariola

Falco: "Jeanny Part I" aus dem Jahr 1985

"Jeanny" ist ein Hit des österreichischen Sängers Johann "Hans" Hölzel alias Falco, die einen der größten Skandale in der Geschichte der deutschsprachigen Popmusik auslöste. Tatsächlich handelte es sich um eine Serie von Songs, weswegen der erste Hit auch "Jeanny Part I" benannt ist. Das Lied, in dem Falco die Rolle des Stalkers und Mädchenmörders annimmt, hielt sich fast das halbe Jahr 1985 auf Platz 1 der deutschen Charts. Im Rahmen der Produktion kam es zu diversen Kontroversen. Dabei soll Falco die Musik sofort gemocht haben, und das Potential richtig eingeschätzt haben. Der Streit zwischen Falco und dem Produzenten-Team drehte sich um den Text. In der Ursprungsversion ging es lediglich um ein Mädchen, welches von zu Hause abgehauen ist, da ihre Eltern den neuen Freund nicht akzeptierten. Viele Teile der ersten Textversion blieben erhalten.  Falco veränderte einige Verse. Diese Änderungen hatten erhebliche Auswirkungen auf die Aussage von "Jeanny": "Dein Lippenstift ist verwischt, du hast ihn gekauft, und ich hab es gesehen" und "Sie kommen dich zu holen, sie werden dich nicht finden, niemand wird dich finden" wurden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Durch die Veröffentlichung von "Jeanny" erschien Falcos zuvor schon umstrittenes Image noch fragwürdiger. Obwohl er nicht explizit als Vergewaltiger dargestellt wurde, warf man ihm vor, Gewalt und Mord zu verherrlichen. Der dazugehörige Video-Clip verstärkte den Eindruck, bei dem Protagonisten, gespielt von Falco, handele es sich um einen psychotischen Mörder. Zum Ende wird er gar in einer Zwangsjacke gezeigt. Verschiedene Rundfunkstationen weigerten sich, das Lied zu spielen. Diverse Fraueninitiativen riefen zum Boykott von "Jeanny" auf. Der Norddeutsche Rundfunk, der SFB sowie der Bayerische Rundfunk schlossen sich dem Boykott an und spielten "Jeanny" nicht mehr. Zugespitzt wurde die öffentliche Diskussion durch die Tatsache, dass das Lied auf einen realen Mädchenmörder anspielt. Jack Unterweger hieß der Mörder, der wegen dem Mord an einer 18-Jährigen im Gefängnis saß. Er soll die reale Inspiration für Falcos Textversion gewesen sein. Vom DDR-radio wurde "Jeanny" grundsätzlich nicht gesendet. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften stufte "Jeanny" nicht als „jugendgefährdend“ ein.

Falco: "Jeanny Part I"

Falco: "Jeanny Part I"
Falco: "Jeanny Part I"