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Duran Duran
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17.11.2021

Duran Duran hätten viel mehr gekonnt

In den 80ern waren sie gigantisch, in den 90er noch besser, dennoch sind sie kleiner geblieben als Depeche Mode und U2. John Taylor hat jetzt Antworten.

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Richard Haughton
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Duran Duran: "Die 80er waren wild"

Duran Duran waren die erste Band, die New Romnatics in die Charts brachte. Später machen sie Musik für James Bond, verkauften über 100 Millionen Platten und hatten in den 90ern ein grandioses Comeback. Aber Duran Duran wurden nie eine der großen Acts der 80er, wie Depeche Mode, U2 oder Madonna, die immer Stadien füllen.

Der Duran Duran-Gitarrist John Taylor, einst der "sexiest Popstar alive", hat nun in einem Interview spannende Einblicke gegeben. Dabei geht es insbesondere um Konflikte in der Band. Die Konflikte sind ja vielseitig verbrieft. Schon ab Mitte der 80er lief es bei Duran Duran nicht mehr rund.

Problem war: Die Mitglieder von Duran Duran standen extrem im Fokus der Öffentlichkeit. Das führte zu Spannungen in der Band. Die Bandmitglieder schauten sich nach anderen Lösungen um: Drei Seitensprünge der zentralen Bandmitglieder Simon Le Bon, Nick Rhodes, John Taylor, Roger Taylor und Andy Taylor sind dabei von Bedeutung. Das etwas weniger prominente Gastspiel von Nick Rhodes bei Kajagoogoo und die Band Arcadia von Simon Le Bon. Am nachhaltigsten war allerdings die Band The Power Station. The Power Station hatten John Taylor am Bass und Andy Taylor an der Gitarre.

Bei den Aufnahmen des Duran Duran-Albums "Seven and the Ragged Tiger" waren die musikalischen Differenzen der Duran Duran-Mitglieder deutlicher auf als zuvor aufgefallen. Dass Nick Rhodes ein Fan von New Wave war, hatte der in der Band immer durchsetzen können. Nun wollte auch Simon Le Bon mit Arcadia melodische Experimente mit seiner Stimme wagen. John Taylor und Andy Taylor waren die Duran Duran-Platten zu weich geworden. Sie wollten rockiger arbeiten, zumal sie immer mehr Zeit in den USA verbrachten, wo der Synthie-Sound keine so große Rolle spielte.

"Wir brauchten Pausen voneinander, weil wir starke Persönlichkeiten sind" erklärte John Taylor jetzt gegenüber t-online die Streitigkeiten und Nebenprojekte: "Wir hängen nicht miteinander ab. Wir arbeiten miteinander. Es ist eine Beziehung, die sich alle paar Jahre erneuert, wenn wir wieder an neuer Musik schreiben." Das klingt fürchterlich professionell, aber John Taylor lässt im weiteren Verlauf des Interviews dann doch noch einen Blick hinter die Kulissen zu: "Die 80er waren wild. Diese Zeiten waren ein Heidenspaß. Ich hatte vorher nicht einmal einen Reisepass und dann waren wir überall. In Amerika, in Japan, in Europa. Zu Beginn waren wir eine Gang, einfach beste Freunde, die zusammen Musik gemacht haben. Auf einmal wollte jeder mit uns sprechen und abhängen. Man lud uns ein, wollte uns eine tolle Zeit bescheren. Und ja, das war toll!"

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"Wir dachten uns 'Fuck, no!' und haben einfach weitergemacht."

Party und Drogen waren ein großes Problem für Duran Duran. Immerhin gibt John Taylor jetzt zu: "Die anderen haben geheiratet, gründeten Familien oder legten sich Haustiere zu. Ich war nur am Feiern und brauchte den Adrenalinrausch, den dieser Ruhm mit sich brachte. Andy Taylor und er ließen sich immer wieder zu wilden Exzessen hinreißen. Bekannt ist das Andy Taylor und John Taylor die Aufnahmesessions mit der Band The Power Station auf den Bahamas oft ausfallen lassen mussten. Andy Taylor sagte später über diese Zeit, man hätte ihn ins Studio fesseln sollen, dann hätte er nicht so viel Zeit verschwendet.

Für Duran Duran wurde es nach den Streitigkeiten immer schwerer die Band am Leben zu halten, John Taylor erinnert sich: "Wir mussten die zweite Hälfte der 80er-Jahre kämpfen. Nach all dem Erfolg! Es gab Leute, die meinten, wir sollten uns echte Jobs suchen. Wir dachten uns 'Fuck, no!' und haben einfach weitergemacht."

Aber erst mit dem "The Wedding Album" ging es 1993 wieder bergauf mit Duran Duran. Auf dem Album finden sich wohl die besten Stücke der Band, "Ordinary World" und "Come Undone". Danach wurde es wieder schwerer, während Weggefährten aus dem 80ern weiterhin Stadien füllten, spielen Duran Duran eher auf Retroveranstaltungen. Möglicherweise haben Duran Duran Anfang der 80er einfach zu grell geleuchtet, zu sehr den Lebensstil von Rockmusikern gelebt. Dann ist irgendwann der Akku alle, auch wenn John Taylor von 40 erfolgreichen Jahren Duran Duran spricht, und über andere Bands sagt "vielen hat die Disziplin gefehlt". Duran Duran hatten das Potential eine der ganz großen Bands der Musikgeschichte zu werden. Streitigkeiten und Drogen standen ihnen wohl im Weg.

Dura Duran - The Wild Boys (Official Musicvideo)

Duran Duran - The Wild Boys (Official Music Video)
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