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Kent Street in Brooklyn (New York City)
Kgwo1972
Kent Street in Brooklyn (New York City)
25.08.2021

New York wie in den 80ern – was bedeutet das überhaupt?

Die Stadt ruft den Katastrophennotstand wegen Waffengewalt aus. Es sei "so schlimm wie in den 80s". Ein Blick auf die Gang-Kultur.

80s80s In The Mix mit 80s80s-Beatmix 05

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The Warriors (1979) ORIGINAL TRAILER [HD 1080p]
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"Die Warriors": Langsam zum Kultfilm...

Unser Bild von der Gang-Kultur New Yorks war in den 80ern geprägt von einem Film, der tatsächlich Ende der 70er erstmalig in den Kinos lief: "Die Warriors" von Walter Hill. Im Film wird New York von diversen Banden regiert. Diese schrillen Truppen haben feste Regeln und Gebiete. Im Film verfügen sie zudem über ein stadtweites Piratenradio. Die Gang der Warriors wird nach einem großen Treffen der Gangs beschuldigt einen Mord begangen zu haben. Daher werden sie von allen Gangs der Stadt gejagt. Das Problem: nun müssen die Warriors den ganzen Weg vom nördlichen Ende der Bronx zurück nach Coney Island im südlichen Brooklyn zurücklegen. Also 50 Kilometer durch Feindesland.

"Die Warriors" wurde in den USA 1979 in die Kinos gebracht. Allerdings kam es bei den Vorführungen zu diversen Zwischenfällen. Gangmitglieder, die den Film sehen wollten, gerieten in Streit. Es gab sogar Todesfälle. Der Filmverleih entließ die Kinos aus ihren vertraglichen Verpflichtungen den Film zu zeigen und reduzierte das Marketing. Ein Filmstart mit angezogener Handbremse. In Deutschland lief "Die Warriors" über den Jahreswechsel 1979-1980. Auch hier wurde der Film eher langsam zum Kultfilm. Aber er prägte die hiesige Vorstellung vom New York nachhaltig.

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New York hat mit den Zeiten der "Warriors" nicht mehr viel gemein

Die 1990er brachten eine beispiellose Säuberung der Stadt, Tourismus und knallharte Gentrifizierung der Wohnviertel. Aber nun scheinen Drogen, Armut, Rache und Wut zurückzukehren. Im Fahrwasser der Corona-Krise macht sich in einigen Teilen New Yorks Verzweiflung breit. Die Stadt hat den Katastrophennotstand wegen Waffengewalt ausgerufen. Düster wird die Zeit der "Warriors" beschworen, als Mittelstandsbürger die Stadt meiden sollten. Ist News York tatsächlich auf einer Reise in die 80er?

Bei aller Verzweiflung der Betroffenen, aber New York hat mit den Zeiten der "Warriors" nicht mehr viel gemein. Ein Blick nach Coney Island zeigt: selbst die dortigen Spaßparks werden von hochpreisigen Immobilienprojekten verdrängt. Die Warriors würden ihre Gegend nicht wiedererkennen. Auch Manhattan sieht längst komplett anders aus: die verfallenen Fassaden sind renoviert. Zudem widersprechend die nackten Zahlen der. Während es in New York der späten 80er über 2.000 Mordfälle gab, waren es im letzten Jahr knapp über 300 Morde.

Was bleibt: "Die Warriors" taugt noch immer als gruseliger Blick in die Geschichte einer amerikanische Metropole in den 1980ern, absolut sehenswert. Als Schreckensszenario für die heutige Zeit ist der Film ungeeignet. Und dennoch ist New York nicht mehr so sicher wie vor 10 Jahren. Traurig.

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