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1987

LL Cool J "I Need Love"

LL Cool J - I Need Love
LL Cool J - I Need Love

LL Cool J "I Need Love"

Angefangen hat HipHop ohne viel Melodie und Schnörkel, in New York, im Jahre 1973. Die Bronx. Das Viertel, das zu dieser Zeit für seine hohe Verbrechensrate bekannt ist. Ein hartes Pflaster, in dem Bandenkriminalität, Autodiebstahl, Drogendelikte und Raubüberfälle an der Tagesordnung sind. 

Mitten in diesem sozialen Brennpunkt steht in der Sedgwick Avenue eine unscheinbare, 17-stöckige Mietskaserne - bis heute übrigens. Hier – direkt gegenüber des Hudson River – leben wie in vielen ähnlichen Wohnkomplexen die Arbeiterfamilien, die Einkommensschwachen, die Immigranten. Was allerdings noch niemand weiß: Hinter den Mauern dieses speziellen Hauses wird gerade Musikgeschichte geschrieben. Denn hier entsteht – der HipHop

Ein junger Mann mit jamaikanischen Wurzeln namens Clive Campbell, der sich DJ Kool Herc nennt, macht etwas, das vor ihm noch niemand gemacht hat: Statt einen kompletten Song abzuspielen, sucht er sich eine markante Stelle daraus aus und wiederholt diese immer und immer wieder. 

Das geht zu dieser Zeit nur, wenn man zwei identische Platten auf zwei Plattenspielern an die gleiche Stelle dreht und diese dann immer im Wechsel abspielt. Und über diese Instrumentalstellen beginnt er nun auch noch … zu sprechen. Und schon ist der Rap geboren. DJ Kool Herc legt zunächst auf Privatpartys auf - zum Beispiel auf dem Geburtstag seiner Schwester - doch nach und nach wird er zu einer Größe in der Nachbarschaft. 

Dort gibt es nämlich ab und zu sogenannte Block Partys. Das heißt: Die Bewohner der umliegenden Häuserblöcke treffen sich ganz einfach draußen zum Feiern und Tanzen. Das tun sie neuerdings zur Musik von DJ Kool Herc. Nur 25 Cent kostet der Eintritt zu seinem Gig. Sein Soundsystem – den Strom für so was zapfen sich viele DJs übrigens illegal aus einer der umliegenden Straßenlaternen – gilt nach Meinung damaliger Hörer als eines der besten. Und sein neuer, einzigartiger Stil elektrisiert die Kids, die zum Teil sogar aus rivalisierenden Gang-Mitgliedern bestehen. Das sind oft wirklich harte Kerle, voller Testosteron und männlichen Gebaren, die sich – nicht immer nur musikalisch – bekämpfen. Ihnen geht es darum zu beweisen – um ein bisschen in der Straßen-Sprache zu bleiben - "wer die dicksten Eier hat". 

Ich selbst habe in den 80ern ja Grandmaster Flash and The Furious Five bei mir in der "Formel Eins"-Sendung gehabt. Die waren zum allerersten Mal überhaupt in Europa, und bei denen dachte ich auch erst: Huiuiui, da kommen die harten Jungs aus der South-Bronx. Am Ende waren die zwar alle ganz nett, aber es war ihnen vermutlich schon wichtig, nach außen hin ein gewisses Image zu haben und auch zu pflegen. Was damals in jedem Fall völlig undenkbar war: Als Rapper Gefühle zeigen! 

No way. Bis ein Junge aus Queens – also ebenfalls aus New York – auf der Bildfläche erscheint: James Todd Smith … berühmt wird er als: LL Cool J.

Er ist gerade mal 17, als er in der Hiphop-Szene mit seinem Debut "Radio" durchstartet. Das Album ist bei Fans wie Kritikern gleichermaßen beliebt. Dank der Hitsingles "I Can’t Live Without My Radio" und "Rock the Bells" erlangt es Platinstatus. Doch LL Cool J. wird schon früh angefeindet – aus den eigenen Reihen. Der Vorwurf: Er sei zu sehr dem Mainstream-Pop verfallen, schiele nur auf den großen Erfolg. 

LL Cool J. hatte eine schwierige Kindheit, musste im Alter von 4 Jahren mit ansehen, wie sein eigener Vater die Mutter und den Großvater anschoss, schlief in U-Bahntunneln, schrieb und rappte als Jugendlicher auf der Straße seine ersten eigenen Texte. Natürlich bediente er auch die Macho-Klischees: ein gutaussehender, durchtrainierter Typ, dessen selbstgewählter Künstlername die Abkürzung für Ladies Love Cool James war. Mit dem nächsten Album würde er dem harten Kern der HipHop-Gemeinde noch weiter vor den Kopf stoßen - mit voller Absicht. Denn auf dem 1987 erscheinenden "Bigger And Deffer" findet sich ein Song, den es so noch nie gegeben hat. Eine Revolution, eine Frechheit, ein Unikat … und ein Mega-Hit: "I Need Love". Dieser Song ist nicht weniger als die erste „Hiphop-Ballade“ der Welt. 

LL Cool J. ist 18 als er den Text angeblich im Keller des Hauses seiner Oma schreibt. Innerhalb einer halben Stunde sprudeln die Worte nur so aus ihm heraus, als er da über seine eigene Einsamkeit nachdenkt. So jedenfalls will es die Legende. Textlich ist "I Need Love" so was wie eine Entschuldigung an alle Frauen, mit denen LL Cool J. zuvor nur gespielt hat. In Wahrheit sei er nämlich ganz verletzlich, sagt er und erklärt: "In dem Song geht es um wahre, spirituelle Liebe und um Romantik. Um echte Partnerschaft eben. Ich war damals nicht in einer Beziehung und habe mir deshalb genau das gewünscht."

Jahr: 1987
Länge: 5:22
Label: CBS
Album: Bigger and Deffer

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