Dolph Lundgren als He-Man (1987)
IMAGO / United Archives
Dolph Lundgren als He-Man (1987)
26.01.2026

Bei der Macht von Grayskull: He-Man kommt zurück!

Die Muskel-Ikone der 80er kehrt auf die Leinwand zurück. In einem Live-Action-Spektakel, das im Sommer 2026 endlich ins Kino kommt.

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Warum war die He-Man-Animationsserie der 80er ein weltweiter Erfolg?

„Masters of the Universe“ ist ein Live-Action-Kinofilm basierend auf dem Mattel-Franchise, inszeniert von Travis Knight, mit Nicholas Galitzine als He-Man; am 5.Juni 2026 deutscher Kinostart ist geplant.

He-Man (1985)
IMAGO / United Archives
He-Man (1985)

Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse nun im Kino

Für Fans der kultigen „He-Man“-Mythologie fühlt sich die Ankündigung des neuen Films an wie ein lang erwarteter Sonnenaufgang. Die Figur des He-Man stammt aus einem universalen Kosmos, der zuerst als actionreiche Spielzeuglinie von Mattel existierte, bevor sie in den Achtzigern mit einer Zeichentrickserie weltweiten Ruhm erlangte. In „Masters of the Universe“ übernimmt der britische Schauspieler Nicholas Galitzine die Titelrolle des Prinzen Adam alias He-Man – eine Doppelrolle, in der sich ein schüchterner junger Mann in einen muskelbepackten Helden mit übermenschlicher Kraft verwandelt, sobald er das legendäre Schwert der Macht schwingt. He-Man kehrt nach Jahren der Produktionschaos-Gerüchte nun endlich zurück auf die große Leinwand – ein Versuch, die knalligen Fantasy-Welten von Eternia und die bleibende Faszination der ikonischen Figuren wie Skeletor, Teela und Man-At-Arms einem zeitgenössischen Publikum näherzubringen.

1984 - Global -  HE-MAN & The Masters of the Universe promo
1984 - Global - HE-MAN & The Masters of the Universe promo

Als He-Man plötzlich überall war

Als „He-Man and the Masters of the Universe“ im September 1983 erstmals im US-Fernsehen startete, war das kein klassischer Zeichentrick-Launch, sondern ein industriepolitisches Experiment. Die Serie war gezielt so produziert, dass sie landesweit auf lokalen Sendern ausgestrahlt werden konnte.

In Deutschland folgte die Ausstrahlung ab 1984, unter anderem im ZDF. Innerhalb kürzester Zeit war He-Man kein Programmpunkt mehr, sondern ein fester Tagesrhythmus – nach der Schule, vor dem Abendessen, jeden Tag.

Die Serie war von Anfang an als Verlängerung der Toy-Line gedacht, doch das Ausmaß überholte selbst die Erwartungen von Mattel. Innerhalb der ersten zwei Jahre wurden über 130 Episoden produziert, eine für damalige Verhältnisse absurde Schlagzahl.

Der Erfolg war messbar: In den USA erreichte die Serie zeitweise höhere Einschaltquoten als viele Prime-Time-Formate für Erwachsene. In Deutschland entwickelte sich He-Man zu einer der prägenden Nachmittagsserien der Achtziger.

Teela & Evil-Lyn
IMAGO / Cinema Publishers Collection
Teela & Evil-Lyn

War He-Man wirklich nur „für Jungs“?

Der Mythos hält sich bis heute, ist aber nur die halbe Wahrheit. Zwar zielte das Marketing der Actionfiguren klar auf Jungen, doch die Serie selbst wurde bewusst breiter angelegt.

Figuren wie Teela oder Evil-Lyn waren nicht dekoratives Beiwerk, sondern handlungsrelevant, stark, eigenständig. Gerade im Fernsehen erreichte He-Man dadurch auch viele Mädchen, die zwar seltener die Figuren kauften, aber genauso regelmäßig einschalteten.

Rückblickend war die Serie für ihre Zeit auffällig divers gedacht – ohne es laut zu behaupten. Entscheidend war auch der Ton: Jede Folge endete mit einer expliziten Moralansprache von Prinz Adam, ein pädagogisches Feigenblatt, das es den Sendern erleichterte, die Serie massiv auszustrahlen.

Für Kinder wirkte das wie ein kurzer Werbeblock für Anstand, für Eltern wie eine Versicherung, dass hier nicht nur Schwerter geschwungen wurden. Genau diese Mischung machte He-Man anschlussfähig für den Massenmarkt.

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History of Masters of the Universe Toys: Vintage Mattel MOTU He-Man Action Figure Review
History of Masters of the Universe Toys: Vintage Mattel MOTU He-Man Action Figure Review

Weihnachten 1984: Der Moment, in dem alles explodierte

Der eigentliche Hype-Moment kam nicht im Fernsehen, sondern unterm Weihnachtsbaum. Das Weihnachtsgeschäft 1984 gilt bis heute als der entscheidende Wendepunkt für Masters of the Universe.

In den USA wie in Europa waren die Actionfiguren flächendeckend ausverkauft, Nachlieferungen kamen zu spät, Händler führten Wartelisten. Eine einzelne He-Man-Figur kostete je nach Markt umgerechnet zwischen 10 und 15 D-Mark, Zubehörsets und Fahrzeuge lagen deutlich höher. Für damalige Verhältnisse war das kein Taschengeld-Artikel.

Innerhalb weniger Jahre setzte Mattel mehrere hundert Millionen Dollar allein mit der Toy-Line um. Dazu kamen Hörspiele, Stickeralben, Bettwäsche, Schulranzen, Lunchboxen, Videokassetten – He-Man war omnipräsent.

Der Begriff „Merchandise“ wurde in dieser Zeit neu definiert, weil erstmals ein Zeichentrickformat vollständig um ein Produktuniversum herum gebaut war. Was heute selbstverständlich wirkt, war damals revolutionär.

She-Ra (1985)
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She-Ra (1985)

Mehr als eine Serie: ein geschlossenes Universum

Der Erfolg der Animationsserie lag auch darin, dass sie eine Welt erschuf, die größer war als jede einzelne Folge. Eternia wirkte nicht wie ein austauschbarer Fantasy-Ort, sondern wie ein Universum mit Regeln, Geschichte und wiederkehrenden Konflikten.

Kinder konnten diese Welt nahtlos im Spiel fortsetzen – genau das war der psychologische Kern des Erfolgs. Fernsehen, Spielzeug und Fantasie griffen ineinander, ohne Brüche.

Als die Serie 1985 ihren kreativen Höhepunkt erreichte und später durch Spin-offs wie She-Ra erweitert wurde, war He-Man längst mehr als ein Trend. Es war ein Referenzpunkt der Popkultur, der zeigte, wie mächtig die Verbindung aus Animation, Marktstrategie und täglicher Präsenz sein konnte.

Dass dieses System Ende der Achtziger implodierte, lag weniger an mangelnder Beliebtheit als an Übersättigung – zu viele Figuren, zu viele Varianten.. Ausverkauf!

MASTERS OF THE UNIVERSE Official Trailer (2026) He-Man
MASTERS OF THE UNIVERSE Official Trailer (2026) He-Man

Warum gerade jetzt ein Reboot?

Die Suche nach einem neuen Masters of the Universe-Film hat Hollywood über Jahrzehnte begleitet. Schon 1987 gab es einen ersten Realfilm mit Dolph Lundgren als He-Man, der zwar Kultstatus erreichte, jedoch an den Kinokassen kein großer Erfolg war.

Seitdem schlummerten zahlreiche Ideen und Projekte in der Entwicklungsphase – bis Regisseur Travis Knight und sein Team das Projekt mit einer klaren Vision wieder aufnahmen.  Die Entscheidung, Nicholas Galitzine zu casten, ist mutig: Der 31-jährige spielt nicht nur den kämpfenden Helden, sondern soll auch die menschlichen Aspekte des Prinzen Adam verkörpern – ein Ansatz, der das Franchise emotional breiter aufstellen kann.

Daneben stehen Schauspieler wie Jared Leto als Skeletor, Idris Elba als Duncan/Man-At-Arms und Camila Mendes als Teela, was die Ambition des Films unterstreicht, über reine Nostalgie hinauszugehen und als ernstzunehmender Fantasie-Blockbuster wahrgenommen zu werden.

Wir sagen: Der erste Trailer zu Masters of the Universe stieß auf geteilte Reaktionen. Einige Reaktionen im Netz fokussierten sich auf kleine Details wie einen scherzhaften Blick auf He-Mans He/Him-Pronomen im Trailer. Oder die teilweise fragwürdige Qualität der Animation. Dennoch könnte da diesen Sommer ein echtes Highlight auf uns zukommen: ein Brückenschlag zwischen Kindheitserinnerung und zeitgemäßem Kino.

Masters of the Universe | 1987 | Trailer

Masters of the Universe (1987) ORIGINAL TRAILER [HD 1080p]
Masters of the Universe (1987) ORIGINAL TRAILER [HD 1080p]

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