TalkTalk live im September 2026
TalkTalk live im September 2026
19.04.2026

Talk Talk live?

Talk Talk kommen zurück auf die Bühne, aber wie? Der Sänger Mark Hollis starb 2019. Was dahinter steckt, erfahrt Ihr hier.

R.E.M. mit Radio Free Europe

ALTERNATIVE

ALTERNATIVE

Ein eigenes Radio für den coolen Sound der 80er. Abseits vom Mainstream. Mit Talk Talk, Madness, The Cure, Talking Heads, The Jeremy Days und vielen mehr. Jetzt hier 80s80s ALTERNATIVE einschalten! 🎸


Es läuft:
R.E.M. mit Radio Free Europe

Wer tritt beim Talk Talk Tributekonzert 2026 in London auf?

Nach dem Tod von Mark Hollis 2019 war für viele Fans klar: Das war’s endgültig mit Talk Talk. Die Band hatte sich schon Jahrzehnte zuvor aufgelöst und ihr Sänger sich konsequent aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Talk Talk waren Geschichte. Und dann plötzlich diese Nachricht: Im September 2026 wird in London ein Abend stattfinden, der sich komplett um Talk Talk dreht. Ein einmaliger Gig bringt Musiker zusammen, die sich dem Werk von Talk Talk nähern, ohne Reunion, aber mit klarer musikalischer Haltung. Im Fokus steht „The Colour of Spring“ – ein Album zwischen Pop-Erfolg und künstlerischem Umbruch.

Talk Talk veröffentlichten 1986 „The Colour of Spring“, das über zwei Millionen Mal verkauft wurde. Der Erfolg markiert den Wendepunkt vom Chart-Pop zur experimentellen Phase und beeinflusst bis heute Genres wie Post-Rock. Denn als Mark Hollis mit Talk Talk 1986 „The Colour of Spring“ veröffentlichte, war die Band auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Songs wie „Life’s What You Make It“ liefen im Radio rauf und runter, das Album wurde international ein Hit.

Und trotzdem klang es schon anders. Mark Hollis begann, den Sound von Talk Talk zu öffnen. Weniger klare Strukturen, mehr Atmosphäre, mehr Raum zwischen den Tönen. Gemeinsam mit Tim Friese-Greene entwickelte Mark Hollis eine Arbeitsweise, die sich bewusst vom klassischen Pop entfernte. Das war kein radikaler Schnitt, sondern ein schleichender Prozess – aber einer mit Folgen. Denn aus genau diesem Ansatz entstanden später Alben wie „Spirit of Eden“. Werke, die heute als stilprägend gelten, damals aber kaum noch in klassische Kategorien passten. Der kommerzielle Erfolg von Talk Talk wurde damit zunehmend nebensächlich.

Heute schon für den 80s80s Countdown abgestimmt?

Mark Gardener, Ride (2024)
IMAGO / SOPA Images
Mark Gardener, Ride (2024)

Wer bringt den Sound zurück auf die Bühne?

Der London-Gig im September ist kein klassisches Band-Revival. Stattdessen steht ein Kollektiv auf der Bühne, das sich bewusst aus unterschiedlichen musikalischen Richtungen zusammensetzt. Mit dabei ist Mark Gardener, Sänger der Band Ride. Mark Gardener steht für den dichten Gitarrensound des Shoegaze, der Anfang der 90er eine ganze Szene geprägt hat. Seine Musik setzt auf Atmosphäre statt auf klare Hooklines – eine Ästhetik, die sich gut mit der späten Phase von Talk Talk verbindet. Ebenfalls angekündigt ist Ed Harcourt, ein britischer Songwriter, der mit emotionalen Piano-Songs und vielschichtigen Arrangements bekannt wurde. Ed Harcourt bewegt sich zwischen Intimität und orchestraler Größe – ein Spannungsfeld, das auch Mark Hollis zunehmend reizte. Komplettiert wird das Line-up durch Fyfe Dangerfield, Kopf der Band Guillemots. Fyfe Dangerfield steht für experimentellen Indie-Pop, der klassische Songstrukturen gern aufbricht. Genau diese Offenheit macht ihn zu einer logischen Wahl für ein Projekt, das sich nicht an Nostalgie festklammert.

Warum tauchen hier Namen auf, die Ihr nicht kennt?

Für viele 80er-Fans dürften diese Namen erstmal Fragezeichen auslösen. Keine bekannten Gesichter aus der Talk Talk-Zeit. Und genau das ist der Punkt. Die beteiligten Musiker stehen für eine Klangsprache, die eher an die späten Talk Talk erinnert als an die frühen Hits. Es geht weniger um Wiedererkennung, mehr um Interpretation. Ein Beispiel dafür ist Sophie Barker, die vor allem durch das Projekt Zero 7 bekannt wurde. Sophie Barker bringt eine ruhige, zurückgenommene Stimme mit – perfekt für einen Sound, der von Dynamik und Stille lebt. Diese Art zu singen passt eher zu „Spirit of Eden“ als zu den frühen Pop-Jahren von Talk Talk.

Die Verbindung zur Originalband

Neben den Gästen spielen auch ehemalige Weggefährten von Talk Talk eine zentrale Rolle. Besonders wichtig ist Lee Harris, der als Schlagzeuger ab „The Colour of Spring“ maßgeblich am Sound beteiligt war und heute die treibende Kraft hinter dem Projekt „Spirit of Talk Talk“ ist. Auch Simon Brenner, der in der frühen Phase von Talk Talk an den Keyboards aktiv war, gehört zum erweiterten Kreis. Simon Brenner bringt die Perspektive der Anfangsjahre ein – also die Zeit, in der die Band noch klar im Pop verankert war. Mit Paul Webb fehlt allerdings ein zentrales Mitglied der klassischen Besetzung.

Talk Talk - I Believe in You (Official Video) [HD Upgrade]
Talk Talk - I Believe in You (Official Video) [HD Upgrade]

Warum steht „Spirit of Eden“ plötzlich wieder im Fokus?

Dass Talk Talk gerade wieder so präsent sind, hat auch mit einer aktuellen Wiederveröffentlichung zu tun. Das Album „Spirit of Eden“ von 1988 ist neu als Half-Speed-Remaster erschienen – eine technisch aufwendige Vinyl-Version, die den extrem reduzierten, detailreichen Sound noch präziser hörbar macht. Begleitet wurde das Projekt auch von Charlie Hollis, dem Sohn von Mark Hollis, sowie von Lee Harris. Gerade „Spirit of Eden“ markiert den radikalen Bruch von Mark Hollis mit klassischen Pop-Strukturen.

Warum fehlt der wichtigste Partner von Mark Hollis?

Eine Figur bleibt allerdings außen vor: Tim Friese-Greene. Dabei war Tim Friese-Greene nicht nur Produzent, sondern der entscheidende kreative Partner von Mark Hollis. Gemeinsam entwickelten sie den Sound, der Talk Talk von einer Popband zu einem stilprägenden Projekt machte. Dass Tim Friese-Greene nicht dabei ist, passt trotzdem ins Bild. Schon damals hielt sich Tim Friese-Greene konsequent im Hintergrund. Er war nie offizielles Bandmitglied und trat kaum öffentlich auf. Seine Arbeit fand im Studio statt – nicht auf der Bühne. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Das ist kein Versuch, Talk Talk zurückzubringen. Dafür fehlt nicht nur Mark Hollis, sondern auch der Kontext, in dem diese Musik entstanden ist.

Talk Talk - The Rainbow (Audio Only)

The Rainbow (1997 Remaster)
The Rainbow (1997 Remaster)
Folge 39 | 02.01.2023 | 8:45

Talk Talk - Such a Shame

“Such A Shame” von verrät viel über das außergewöhnliche Talent von Frontmann, Sänger und Songwriter Mark Hollis. Wie sein Bruder ihn zur Musik gebracht hat und was das alles mit Würfeln zu tun hat, verrate ich euch in dieser Folge.

NEU: Peters Popstories - der Podcast!

80s80s Countdown

Stimme für Deine 5 Favoriten und schicke so Deine Lieblingssongs zurück ins Radio.

Das Ergebnis aller Votings hörst Du ab sofort jeden Sonntag von 12 bis 15 Uhr im 80s80s Countdown – auf 80s80s Real 80s Radio.

80S80S COUNTDOWN
80S80S COUNTDOWN
80S80S COUNTDOWN
80S80S COUNTDOWN