Lionel Richie will seine Stimme vor KI schützen
Seine Stimme ist sein Markenzeichen, und genau die will Lionel Richie jetzt mit vier Markenanträgen besser schützen. Vor ihm hatte bereits Taylor Swift ähnliche Schritte unternommen.
Seine Stimme ist sein Markenzeichen, und genau die will Lionel Richie jetzt mit vier Markenanträgen besser schützen. Vor ihm hatte bereits Taylor Swift ähnliche Schritte unternommen.
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Lionel Richie hat am 11. Juni 2026 beim US Patent and Trademark Office vier Anträge eingereicht. Geschützt werden sollen Audioaufnahmen, in denen Lionel Richie die Formulierungen "Hello, is it me you're looking for?", "Say you, say me", "Easy like Sunday morning" und "All night long" singt oder spricht. Als Inhaber der Anträge wird RichLion Holdings, LLC genannt. Bekannt wurden die Einreichungen durch den auf Markenrecht spezialisierten Anwalt Josh Gerben, der die Unterlagen öffentlich ausgewertet hat.
Die Anträge wurden auf sogenannter Intent to Use Basis eingereicht. Das bedeutet, dass die beantragten Marken nach den vorliegenden Angaben bislang noch nicht als Marken im geschäftlichen Verkehr verwendet werden. Nach Einschätzung von Josh Gerben geht es dabei weniger um den Schutz einzelner Liedzeilen als um neue rechtliche Möglichkeiten im Umgang mit KI Technologien. Die Entwicklung von Programmen zur Stimmennachbildung hat dazu geführt, dass wenige Sekunden Audiomaterial ausreichen können, um bekannte Stimmen technisch zu imitieren.
Lionel Richie ist 76 Jahre alt und hat nach den vorliegenden Angaben mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft.
Nach den veröffentlichten Informationen verfolgt Lionel Richie mit den Anträgen eine rechtlich ungewöhnliche Strategie. Das Urheberrecht schützt Songs, Texte und Aufnahmen. Die menschliche Stimme selbst fällt jedoch nicht automatisch unter diesen Schutz. In den USA greifen bislang vor allem Regelungen zu Name, Bild und Stimme, die je nach Bundesstaat unterschiedlich ausgelegt werden.
Das Markenrecht könnte hier einen anderen Ansatz bieten. Töne können grundsätzlich als Marken eingetragen werden, wenn sie für ein bestimmtes Angebot als Herkunftshinweis dienen. Als bekanntes Beispiel wird häufig das kurze Startsignal von Netflix genannt. Sollte Lionel Richie nachweisen können, dass die eingereichten Sprach oder Gesangsaufnahmen eine solche Funktion erfüllen, könnte daraus ein zusätzlicher rechtlicher Schutz entstehen.
Josh Gerben, Anwalt für geistiges Eigentum, weist jedoch darauf hin, dass die Hürden hoch sind. Die US Behörde werde Nachweise verlangen, dass die eingereichten Aufnahmen tatsächlich als Marken genutzt werden und nicht lediglich bekannte Liedzeilen darstellen. Ob die Anträge erfolgreich sind, ist deshalb offen. Nach den Unterlagen sollen die Aufnahmen später im Zusammenhang mit Musikinformationen, Unterhaltungsangeboten, Videos und Nachrichten über einen Musikkünstler verwendet werden.
Die Diskussion reicht weit über den konkreten Fall hinaus. Im Jahr 2023 wurde ein KI Titel mit nachgebildeten Stimmen von Drake und The Weeknd nach mehr als 250.000 Abrufen von Streamingplattformen entfernt. Sony Music meldete im März zudem mehr als 135.000 Titel, die nach Angaben des Unternehmens mit generativer KI zur Nachahmung von Künstlern erstellt wurden.
Taylor Swift beantragte im April den Schutz von Sprachaufnahmen mit den Formulierungen "Hey, it's Taylor" und "Hey, it's Taylor Swift". Auch der Schauspieler Matthew McConaughey versuchte, seine bekannte Filmzeile "Alright, alright, alright" rechtlich abzusichern. Laut Gerben IP stellte außerdem der Moderator Jimmy Kimmel vergleichbare Anträge.
Parallel dazu wird in den USA über neue gesetzliche Regelungen diskutiert. Der sogenannte NO FAKES Act wurde am 20. Mai 2026 erneut in den Kongress eingebracht. Das Gesetz soll erstmals ein bundesweites Schutzrecht für Stimme und Erscheinungsbild schaffen. Zwei frühere Anläufe waren zuvor im Gesetzgebungsverfahren gescheitert.
Auch in Deutschland wird über den Schutz von Stimmen diskutiert. Rechtsanwalt Dr. Ralf Kitzberger verweist in einem Interview mit BackstagePRO darauf, dass die Stimme Teil der Persönlichkeit ist und nicht ohne Einwilligung erkennbar nachgeahmt werden darf. Nach seinen Angaben bestätigte ein Urteil des Landgerichts Berlin 2025, dass bereits die KI Nachbildung einer bekannten Stimme eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten darstellen kann.
Ist der Song eine wunderschöne, romantische Ballade? Oder doch eine Spur zu kitschig? Selbst Lionel Ritchie haderte mit seinem Werk, doch dann wurde "Hello" doch ein großer Erfolg. Im Gegensatz zum Video: Warum der Clip zu einem der schlechtesten Musikclips der 80er gewählt wurde, hört ihr in dieser Folge.
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