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80s80s BREAKDANCE-Week: Fashion
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80s80s BREAKDANCE-Week: Fashion

80s80s BREAKDANCE: Fashion

Die Geschichte des Breakdance ist auch eine Mode-Geschichte. Welche Kleidung trugen die Tänzer? Wie entstanden die Trends?

Grandmaster Flash & The Furious Five mit New York, New York

Breakdance

Breakdance

NEU: Ein eigenes Radio für den kultigsten Tanz der 80er. Das perfekte Radio zum Üben von Powermoves und Freezes – oder einfach um gute Laune zu bekommen. Wir feiern den besten Street-Dance der 80er!


Es läuft:
Grandmaster Flash & The Furious Five mit New York, New York
Levi's 501
IMAGO / photothek
Levi's 501

Vorab: die 80er waren die große Zeit der Jeanshose

Nostalgie zumindest funktioniert in der Regel in 20-Jahres-Zyklen. Gute zwanzig Jahre nach dem Jahrzehnt kommen üblicherweise die Trends in abgewandelter Form zurück. Der Grund dafür ist, dass die Leute, die dann die Entscheidungen in Medien, Mode und Musik treffen, in der entsprechenden Zeit aufwuchsen. Sie nehmen Zuflucht in ihrer Jugend und unterstützen eine Rückkehr der entsprechenden Trends. In den 80ern wurden daher oft die 50er zitiert. Die 50er-Nostalgie befeuerte den großen Hosentrend der 80er: die Levi’s 501, gerne in Verbindung mit T-Shirt und Lederjacke, wurden sie ab Mitte der 80er auch Destroyed Denim Jeans, also an den Beinen aufgerissen.

Breakdance The Movie (1984)
IMAGO / Allstar
Breakdance The Movie (1984)

Die Breakdance-Kultur sucht ihren Stil

Aber es gab auch eine ganz andere Kultur. Die Breakdancer der frühen 80er hatten mit den 50ern, Haarspray und Jeans nicht viel am Hut. Wer tanzen will, muss sich bewegen können. Die Levi’s 501 mag an der Bar noch gut aussehen, bei einem flotten Go Down ist der harte Stoff aber wirklich untragbar.

Wenn man ganz frühe Breakdance-Videos ansieht, kann man bisweilen noch Tänzer in Jeans erkennen. Aber schon früh wurde sie gegen Jogginghose oder Trainingsanzug ausgetauscht. Die Geschichte der Jogginghose begann dabei schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts: Der Gründer des französischen Sportartikelherstellers Le Coq Sportif erfand die Jogginghose.

Émile Camuset wollte den Sportlern eine flexible Hose für mehr Beweglichkeit schaffen. Was damals noch aus Baumwolle gefertigt wurde, konnte später auch aus Polyester hergestellt werden. Jedenfalls blieb die Jogginghose für weitere 60 Jahre eher ein Thema für Sportler.

In den 80er Jahren begann der Siegeszug des Jogginganzugs in andere Bereiche der Gesellschaft. Es war die HipHop- und Breakdance-Szene, in der dieser Siegeszug begann.

Bevor die Jogginghose in den 80ern der Jeans überhaupt Konkurrenz machen konnte, musste sie erst im Underground entdeckt werden. Schon in den späten 70ern war innerhalb der HipHop-Bewegung in New York ein neuer Tanz aufgekommen: B-Boying oder Breakdance. Erst in den 80ern nahmen die Medien den Trend auf. Die Fotografin Martha Cooper und die Journalistin Sally Banes zeigten der breiten Öffentlichkeit Einblicke in die B-Boying-Szene. Im Mainstream setzte sich dann der Begriff Breakdance durch. In Deutschland kam Breakdance mit dem Film "Beat Street" groß raus. Der Film kam 1984 in die Kinos.

Breakdance mit Boombox
chabybucko via Getty Images
Breakdance mit Boombox

B-Boying und B-Girling

Die Wurzeln des B-Boying reichen tatsächlich bis 1969 zurück. Es waren die Gangs im nördlichen New York, die nach neuen Ausdruckformen ihrer Rivalität suchten. Nötig dafür waren hektische, teilweise drohende Tanzbewegungen. Die Tänze sollten zudem physische Kraft verdeutlichen. Tänzer konnten plötzlich zu Boden fallen, dort schnelle Drehungen durchführen, um dann schnell wieder auf die Beine zu kommen. Die Freezes waren ein Verharren in drohenden Gebärden, oft in unmittelbarere Nähe der anderen Gang.

Einige der Gangs wunde Mitte der 70er zu Tanzgruppen, zum Beispiel die Zulu Kings. Mit aufkommender Beliebtheit fanden die Medien einen neuen Begriff für den Tanz: Breakdance (so wurde der MC zum Rapper erklärt wunde und das Writing zu Graffiti).

BREAKDANCE – DIE MUSIK

Schuhe, Jogginghose, Mockneck Sweater, Trainingsjacken, Caps & Handschuhe

Breakdance Schuhe: für die schnellen Drehungen waren flache Sportschuhe mit glatten Solen die beste Lösung. Der Sportwarenhersteller Adidas hatte seit den 60ern das Modell Gazelle im Angebot. Die Gazelle-Schuhe waren eine Weiterentwicklung der Rom-Schuhe aus dem Jahr 1960. 1964 war das deutsche Olympia-Team mit diesen Schuhen sehr erfolgreich gewesen. 1966 folgte eine Weiterentwicklung: der Low-cut der Gazelle-Schuhe gepaart mit der universellen Passform und den vielen Farbkombinationen machte den neuen Schuh zur ersten Wahl für Breakdancer - und später im Mainstream sehr erfolgreich. Die breiten Schnürsenkel, genannt Fat Laces, waren teilweise auch sehr beliebt.

Jogginghose: Die Hosen der Breakdancer sind meist dunkel. Die Jogginghose hatte idealerweise einen Gummibund, sowohl am Bauch als auch an den Beinen, denn bei der Windmill soll das Hosenbein sauber anliegen. Es ist dennoch überraschend, wie viele Breakdancer der 80er in Deutschland noch in Jeans tanzten. Man muss aber auch zugeben, dass die Jogginghosen der Zeit teilweise fürchterlich unförmig waren.

Mockneck: Ausgerechnet im Jahr 2022 ist dieser Sweater der frühen Breakdancer wieder voll angesagt. Mockneck-Sweaters zeichnen sich dadurch aus, dass der Kragen anders als beim Rollkragenpullover nicht umgeschlagen wird. Entweder liegt der breite Kragen eng am Hals an oder er steht auf Höhe des Schlüsselbeins nach oben. Die Mocknecks der 80er hatten mit dem Modetrend von heute nicht viel gemein, insbesondere was das Material betrifft. Grobstrick, Baumwolle oder Kaschmir waren damals natürlich nicht gefragt, eher harte Polyesterfaser.

Trainingsjacken in möglichst schrillen Farben: Oft trug die ganze Crew ein identisches Modell, wie eine Uniform. Während die Jacken von Adidas eher schlicht gefärbt waren, und allenfalls durch die drei Streifen am Arm auffielen, hatte Wettbewerber Nike schnell erkannt, dass die Jungend auffällige Farbkombinationen suchte. Polyester ist das Material der Wahl, gerne an den belasteten Stellen verstärkt. Viele Hersteller haben derzeit Retro-Modelle im Angebot. Der Schulterbereich ist dabei meist farbig abgesetzt.

Caps und Mützen: Klar, die ultimative Anforderung an die Kopfbedeckung ist ein Headspin. Der Kopf soll bei der Drehung geschützt werden. Optisch unterscheiden sich Headspin-Beanies durch einen aufgenähten Kopfschutz. Die Breakdancer der 80er konnten solche Mützen natürlich nicht einfach im Laden kaufen. Sie griffen oft auf Caps zurück, also möglichst robuste Schirmmützen. Spincaps erkennt man heute an ihrer eher kastigen Form.

Handschuhe: Ab 1983 gab es in der Breakszene neuen Trends: Electric-Boogie und Robot. Anders als bei HipHop-geprägten Breakdancern war das provozierende Posing für diese Tänzer nicht mehr so wichtig. Inspiration waren nun nicht die Gangs in New York, sondern eine visionäre Roboterbegeisterung. Nun fand Breakdance nicht mehr akrobatisch am Boden statt, sondern eben tanzend, stehend bis bewegend, und mit viel Einsatz der Hände.

Und wenn schon die Hände eine wichtige Rolle einnahmen, für die roboterähnlichen Gesten, warum nicht die Hände deutlich in den Vordergrund bringen - mit: Handschuhen. Was Pantomime schon im 19. Jahrhundert verstanden: behandschuhte Hände machen mehr her. Die Moves beim Robot waren teilweise ja auch angelehnt an Bewegungen aus der Pantomime und wurden dann mit Streetdance kombiniert. Und genau das war der Grund die Hände optisch zu betonen. Einer der Breakdance-Protagonisten damals ist dann auf die Idee gekommen weiße Handschuhe zu benutzen. Das war Mr Robot. Aber sicher auch schon einige andere vor ihm.

BREAKDANCE - STRASSENKULTUR

George Zampounidis von 80s80s
George Zampounidis von 80s80s

Der 80s80s Moderator George Zampounidis erinnert sich:

"Für uns Electric-Boogie und Robot-Breakdancer war also ganz klar: wir brauchen weiße Handschuhe. Das sieht viel besser aus und vor allem in der Disco in den 80s mit Schwarzlicht. Aber woher kriegt man in den 80ern weiße Handschuhe? Amazon und sowas gab's ja noch nicht. Teuer durften die Handschuhe natürlich auch nicht sein.

Da bin ich damals auf die Idee gekommen zum hiesigen Bestattungsinstitut zu gehen, weil ich mich erinnern konnte dass die dort Särge oft mit weißen Handschuhen tragen. Es war natürlich ein bisschen makaber dort anzuklopfen im Breakdance-Outfit und zu fragen, ob die weiße Handschuhe für mich hätten damit meine Moves im Club cooler rüberkommen. Aber ich habe welche bekommen. Und es gab allgemein dann einen großen Run auf sämtliche Bestattungsinstitute in unserem Ort und ganz Deutschland."

Inspiration für den Kleidungsstil der Breakdancer finden sich auch in den Musikvideos und Filmen der Zeit.

Breakdance (1984)
Breakdance (1984)
Breakdance (1984)
80s breakdancing on us tv
80s breakdancing on us tv
80s Breakdance im US TV
Breakdancing Team 1980's
Breakdancing Team 1980's
Breakdancing Team 1980'

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Posted by 80s80s on Tuesday, September 27, 2022

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