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"Rheingold"-Gründer und Elektropop-Pionier Bodo Staiger ist tot

Mit Dreiklangsdimensionen stieg er auf in den deutschen Pop-Himmel und war doch immer ein Geheimtip

Joachim Witt mit Goldener Reiter

NDW

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Joachim Witt mit Goldener Reiter

"Rheingold"-Gründer Bodo Staiger ist tot

Rheingold
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Bodo Staiger ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Wie nun bekannt geworden ist soll dies bereits in der vergangenen Woche passiert sein. Zu den genauen Todesumständen wurde bis jetzt noch nichts bekannt. 

Dabei hatte Bodo Staiger noch viel vor. Erst vor zwei Jahren verkündete der „Rheingold“-Musiker ein Comeback. Bodo Staiger gehörte zu den kreativen Köpfen der Düsseldorfer Musikszene. Schon in den Sechzigern spielte er zusammen mit Marius Müller Westernhagen in einer Band, und auch mit Karl Bartos von Kraftwerk hat er gemeinsame Projekte gehabt. Bereits in den Siebzigern hat er sich schon sehr viel mit elektronischer Musik befasst. Aber erst in den 80s kam der große Durchbruch mit der Band Rheingold

>> Rheingolds Brigitte Kunz war sehr begehrt, auch bei Bodo Staiger 

Mit „Dreiklangsdimensionen“ veröffentlichte das NDW-Trio (Sänger und Gitarrist Bodo Staiger, Texter Lothar Manteuffel, Keyboarderin Brigitte Kunz) 1981 seinen größten Hit und landete damit immerhin auf Platz 17 in den deutschen Charts und eine wahre Elektropophymne bis heute. Weitere Hits waren "FanFanFanatisch" und "Fluss". Zwischen 1980 und 1984 veröffentlichte Rheingold drei Alben. Danach tauchte Bodo Staiger zumindest in den Charts kaum noch auf. Aber aufgehört mit Musikmachen hat er nie. 1988 gründete er die Rheinklang-Studios in Düsseldorf, wo er weiter als Produzent und Toningenieur arbeitete. 2007 gab es dann mit „Electric City (Düsseldorfer Schule)“ ein kurzzeitiges Comeback von Rheingold in Originalbesetzung. Auf dem Werk coverten sie Düsseldorfer Elektropop-Bands der 1970er bis 1990er, wie Fehlfarben, Kraftwerk, La Düsseldorf und Propaganda. Erst vor zwei Jahren gab er bekannt, nochmal richtig durchstarten zu wollen – Rheingold veröffentlichte das wenig beachtete Album "Im Lauf der Zeit".  

Vor allem in der Düsseldorfer Musikszene gilt Bodo Staiger als Musik-Ikone. Er schwörte ganz indipendentgerecht dem Kommerz immer ab. So hat er in den 80s einen Auftritt in der ZDF-"Hitparade" abgelehnt mit der Begründung, eine Live-Performance in der Show von Dieter Thomas Heck wäre  "wie Verrat". Wahrscheinlich fand er sich fehl am Platze, aufgrund des meist älteren Publikums. Trotzdem war Bodo Staiger auch im TV zu sehen. Bodo spielte neben Desire Nosbusch eine Hauptrolle in dem Horrorfilm "Der Fan" von 1982. Darin spielt er einen Musiker und lieferte den Soundtrack zum Film. Ein kreativer und durchaus exzentrischer Kopf der deutschen Musikwelt ist von uns gegangen.

Rheingold "Dreiklangsdimensionen"

Rheingold "Dreiklangsdimensionen"
Rheingold "Dreiklangsdimensionen"