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03.03.2021

Häuser besetzen mit Nick Cave

Er filmte Die Ärzte, war Manager von Malaria und ging mit den Toten Hosen auf DDR-Tour. Nun ist Mark Reeder bei 80s80s gelandet. Warum ist er die perfekte Besetzung?

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Mark Reeder in der Dokumentation "B-Movie"
Edel Motion Film
Mark Reeder in der Dokumentation "B-Movie"

Als der 80s80s Podcast The Story / Depeche Mode erstmalig angekündigt wurde, reagierten viele Fans entzückt auf den Host: Mark Reeder. Eingefleischte Fans der 80er kannten den Briten und freuten sich, dass Mark Reeder nun ein Teil der 80s80s-Familie ist.

Immerhin war Mark Reeder ein Freund des Joy Division-Sängers Ian Curtis – schon seit den späteren 70ern in Berlin, und hatte dort überall in der Subkultur deutliche Spuren hinterlassen.

>> Hier den Podcast The Story /Depeche Mode anhören

Seit ein paar Jahren gibt es sogar eine Dokumentation über Mark Reeder: Lust & Sound in West-Berlin 1979-1989. Die Doku ist eine wilde Reise in die Mauerstadt der 80er.

Anfangs, im Rahmen von NDW und Synthie-Sound, erzählt er noch strukturiert. Aber kaum ist Mark Reeder einige Jahre in Berlin, rutscht er ab Mitte der 80er in den Partyuntergrund der geteilten Stadt ab. Die Erzählung wird entsprechend verpeilter: spätestens als Mark Reeder für den Filmemacher Jörg Buttgereit vor der Kamera steht, drehen die Szenen völlig ab. Als dann zu all dem Partyterror auch noch die Mauer fällt, wird Erzählung und Struktur der Doku zur Nebensache. Die Bilder und Musik dominieren.

B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989 | Official Movie Trailer | English  | HD
B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989 | Official Movie Trailer | English | HD

Es gibt bemerkenswerte Zusammenkünfte in der Doku. Mark Reeder filmt einen provokanten Auftritt der Band Die Ärzte, er organisiert ein Konzert der Toten Hosen in Ostberlin und veranstaltet den einzigen Joy Division-Auftritt in Berlin.

Oft trifft er Blixa Bargeld zum Frühstück. Zudem überredet er Nick Cave nach Berlin zu ziehen um sich dann mit ihm in einem besetzten Haus eine Wohnung zu teilen. Die Girlband Malariaverpflichten Mark Reeder als Manager, dabei wollen sie nicht gemanagt werden und schon gar nicht von einem Mann.

Es sind diese Widersprüche der Westberliner Szene, die der naiv zugezogene Brite aufzeigt. Entschuldigend fügt er hinzu, dass er Gedächtnislücken hat, weil "wer die 80er in Berlin erlebt hat, sich nicht an sie erinnern kann".

Die Doku endet mit dem Fall der Mauer und Techno. Denn Mark Reeder tanzt schon ab Mitte der 80er auf Techno-Parties in Kellerlöchern. Seine Begeisterung ist so groß, dass er zur Wendezeit ein eigenes Technolabel gründet und Newcomern wie Paul van Dyk eine Plattform schafft.

Spätestens wenn im Abspann der 80er-Star Richard Butler zu den Klängen von Westbam singt, hat man verstanden, wie sehr Mark Reeder diese Zeit prägte. Insofern ist Mark Reeder eine ideale Besetzung für den 80s80s Podcast The Story / Depeche Mode.