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Treffen mit Nick Cave - Egotrip für seine Fans?

Was passierte beim ersten "So, What Do You Want to Know?"

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Treffen mit Nick Cave - Egotrip für seine Fans?

Man hätte es auch als Größenwahn verstehen können: ein Mann stellt sich auf die Bühne und beantwortet nur Fragen zur seiner Person. Am letzten Wochenende folgte Nick Cave diesem Konzept. Er hatte die Veranstaltung "So, What Do You Want to Know?" genannt.

>> Nick Cave stellt sich den Fragen des Publikums.

Der 1957 geborene Nick Cave wurde schon in den frühen 80s mit seiner Band The Birthday Party ein Geheimtipp. 1983 begann er dann aus West-Berlin zu wirken und traf den Sänger der Einstürzenden Neubauten, Blixa Bargeld. Gemeinsam gründeten sie die Band The Bad Seeds. Einige seiner besten Patten stammen aus den 80ern.

Die erste von vier Runden von "So, What Do You Want to Know?" hat nun stattgefunden. Morgan Enos von billboard.com hat seine Eindrücke zusammengefasst. Sein Bericht stimmt etwas traurig, denn scheinbar war die Veranstaltung geprägt von einer eher religiös ausufernden Bewunderung. Nick Cave hatte zum Anfang noch zurückhaltend gesagt, dass er wirklich keine Vorstellung davon habe, wie der Abend verlaufen könne. Und die Fans schienen daraus ihr eigenes Programm abzuleiten. Es gab keinen Moderator, und kein Skript, infolge dessen drehte sich die Stimmung zu einer Selbstinszenierung der Fans.

Jede Frage war begleitet von langatmigen Monologen der Fragenden. Darin wurde persönliche Anknüpfungspunkte zur Musik von Nick Cave im Detail dargestellt. Zudem wurde von vielen Teilnehmern das Thema Kindsverlust aufgebracht (Nick Cave und seien Frau Susie - Foto - haben ihren Sohn Arthur vor ein paar Jahren verloren). Nick Cave schienen die Beschreibungen der persönlichen Schicksale der Fans - aber auch die Fragen nach seiner Tragödie, aus dem Konzept zu bringen, er wurde auf der Bühne nervös. Dennoch scheinen diese Momente die persönlichsten und besten der Veranstaltung gewesen zu sein. Beispielsweise als er beschrieb:

Ich setzte mich an den Küchentisch, war paralysiert, ich konnte mich kaum bewegen. Ich schaute in den Flur, dort kam Susie auf mich zu, als sie meinen Blick sah, bleib sie in der Mitte stehen, sie konnte sich offensichtlich auch nicht mehr bewegen, und hielt sich an der Wand fest.    

Solche Beschreibungen seiner persönlichen Tragöde waren laut Morgan Enos die wenigen Höhepunkte der Veranstaltung. Bleibt zu hoffen, dass sich die Fans in den kommenden Terminen etwas zurücknehmen können, und Nick Cave die Bühne lassen.

Nick Cave & The Bad Seeds "The Weeping Song"