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Vor 35 Jahren lernte Mick Jagger seine Grenzen kennen

"Just Another Night" wurde zur "Lachnummer".

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Vor 35 Jahren lernte Mick Jagger seine Grenzen kennen

Die Spannungen innerhalb der Rolling Stones waren in den 80ern massiv. In den frühen 80ern sah es ganz so aus, als hätten die großen Rockbands der 70er ihre Bedeutung verloren. Die Jugend fühlte sich von den Rolling Stones nicht mehr angesprochen. Sie hörten lieber die neuen Punkbands oder zum Teil sogar eher New Wave. Wohin konnten sich die Rolling Stones bewegen, um relevant zu bleiben? Zudem traten die Spannungen zwischen Keith Richards und Mick Jagger immer offener zu Tage. Keith Richards unterstellte dem Sänger ein "Lead Vocalist Syndrome", also die Einstellung, dass Mick Jagger sich für wichtiger halte als seine Band. Keith Richards hatte nun seine Heroin-Abhängigkeit im Griff und wollte wieder mit den Rolling Stones durchstarten, aber Mick Jagger war in der Zwischenzeit zum König der Rolling Stones aufgestiegen.

Zwar hatte die Band sich für "Undercover Of The Night" 1983 nochmal zusammenraufen können, aber Mick Jagger wollte es dennoch wissen. Vor genau 35 Jahren veröffentlichte er daher seine Single "Just Another Night". Und floppte damit bei den Kritikern, und letztlich auch an der Kasse. Eine knappe Top-20 Platzierung in Deutschland war für die erste echte Solo-Single von Mick Jagger ein Flop. Zumal "Just Another Night" nach drei Wochen in den Chats auf Talfahrt ging und im Mai schon aus der Listung flog. In seiner Heimat kam Mick Jagger nicht mal auf Platz 30.

>> Neu aufgelegt: erste Soloplatte von Keith Richards aus dem Jahr 1988.

Dabei hatte Mick Jagger schon zur Veröffentlichung Gelassenheit gezeigt: "Das einzige, worüber ich wirklich nachdachte, war, dass ich wirklich vermeiden wollte, eine dieser äußerst persönlichen, autobiografischen, sehr ernsten, äußerst sensiblen und völlig müllreichen Aufzeichnungen zu machen, die so viele meiner Kollegen veröffentlicht hatten, als Solokarrieren begannen."

Was war die Konsequenz dieser Haltung? Eine überproduzierte Dance-Platte. Denn Mick Jagger wollte unbedingt anders klingen als die Rolling Stones. Der Jazz-inspirierte Jeff Beck an der Gitarre sollte für Abwechslung sorgen. Zudem wurde aufgefahren, was an moderner Produktionstechnik verfügbar war, Kosten spielten keine Rolle. Aber die massive Technik machte den Song trivial. "Just Another Night" und das Album "She's the Boss" wurden in der Musikszene zur Lachnummer. Keith Richards schreibt dazu in seiner Biografie: "Jeder hat das Album, aber Keiner hört es."

Mick Jagger "Just Another Night"

Mick Jagger "Just Another Night"
Mick Jagger "Just Another Night"