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Zensur in der DDR

30 Jahre Mauerfall

In Kürze jährt sich der Fall der Mauer zum 30. Mal. Aus diesem Anlass schauen wir mal auf ein paar Details der 80s-Music in der DDR. Rund um den Mauerfall stellen wir ein paar spannende Fragen.

picture alliance/dpa/Peter Endig

Wie war das mit der Zensur in der DDR?

Was auf Platte gepresst oder im Radio gespielt werden durfte, wurde streng vom Staat kontrolliert. Was man durfte und was nicht und wie man sich manchmal durchschummelte..

Was die 17 Millionen Bürger der DDR kauften, hörten, lasen und sahen, lenkte der Staat bis in den kleinsten Jugendclub auf dem Dorf hinein. Jeder Song wurde vor Veröffentlichung geprüft und wurde nur dann raus gebracht, wenn nichts zu beanstanden war.

Die Musikszene der DDR war keine kleine, denn der Bedarf war ja riesig. Der Staat hatte fürs Radio und für Clubs eine Musikquote von 60% Ost Musik und 40% West Musik festgelegt.

Wollte man als Künstler kritische Zeilen veröffentlichen, musste man sehr kreativ werden. Tamara Danz von Silly prägte den Begriff „grüner Elefant“.

Das soll eine Technik gewesen sein, ein besonders überzogenes Lied auf ein Album zu packen und zur Prüfung zu geben, um von kleineren systemkritischen Textzeilen abzulenken.

Natürlich wurden nicht nur Musiker aus dem Osten geprüft, sondern genauso auch Musikalben aus dem Westen, die in der DDR veröffentlicht werden sollten. Beispiel: „Es war einmal ein Luftballon“ von Udo Jürgens landete auf dem Index wegen der Zeile Sie kennen keine Grenzen, die Luftballons der Welt“. Die DDR verhängte sogar ein Auftrittsverbot für Udo Jürgens, das erst 1987 aufgehoben wurde.

Auch Udo Lindenberg scheiterte an der Zensur der DDR. Spielte ein DJ sein Lied „Sonderzug nach Pankow“, konnte er eigentlich direkt die „Pappe“ wieder abgeben. Wegen dieser Problematik gelang es Lindenberg nur ein einziges Mal in der DDR aufzutreten.

Amiga

Grundsätzlich wurde die Zensur im Laufe der Jahre lockerer.

Ein Song wie „Albatros“ von Karat wäre nicht immer möglich gewesen: „Er schwingt seine Flügel, sprengt Schlösser und Riegel der Fesseln und Ketten“.

1979 konnte man diese Metapher schon akzeptieren, deutlicher durfte es aber erstmal nicht werden.

Udo Lindenberg - Sonderzug nach Pankow 1983