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Die Plattenfirma der DDR

30 Jahre Mauerfall

In Kürze jährt sich der Fall der Mauer zum 30. Mal. Aus diesem Anlass schauen wir mal auf ein paar Details der 80s-Music in der DDR. Rund um den Mauerfall stellen wir ein paar spannende Fragen.

Wie wurde in der DDR eigentlich Musik veröffentlicht?

In der DDR gab es ein staatliches Musiklabel: Die Amiga. Ob Ost- oder Westmusik, dort wurden die Platten in der DDR veröffentlicht.

In der DDR gab es ganz genau ein Plattenlabel, das Musik veröffentlichen durfte:

Die AMIGA wurde 1947 gegründet und gehörte anfangs zum Musikverlag Lied der Zeit Schallplatten-Gesellschaft mbH in Berlin. 1954 wurde das Musiklabel an den staatlichen Tonträgerproduzenten VEB Deutsche Schallplatten Berlin angedockt und dem Ministerium für Kultur untergeordnet.

Ost-Bands der AMIGA wie Karat, die Puhdys & City wurden auch in West-Deutschland veröffentlicht. Dort arbeitete man mit dem Label Teldec zusammen, um die Ost-Platten auf den West-Markt zu bekommen. Der größte Erfolg einer Ostband im Westen war das Album „Der blaue Planet“ von Karat. Das Album verkaufte sich „drüben“ über 480.000 Mal.

Veröffentlichte die AMIGA eine West-Produktion in der DDR, geschah das meist nur in wirklich geringen Auflagen. Die ca 10.000 Pressungen waren meist innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Besonders auch: Musikalben wurden von der AMIGA meist nicht 1:1 aus dem Westen übernommen, meist stellten sie selbst Alben aus allen vorhandenen Liedern zusammen.

Zu einen der ersten Lizenz-EPs der AMIGA gehörten in den 60ern Aufnahmen von den Beatles und Bob Dylan.

Westplatten bekam man in der DDR in der Hauptsache in den sogenannten Intershops, in denen man nur mit Westgeld bezahlen konnte. Umgangssprachlich wurden diese begehrten Platten in der DDR auch „Bückware“ genannt.

Die Mühlen der Musikindustrie im Osten mahlten langsam. Wollte man Musik veröffentlichen, brauchte man einen langen Vorlauf. Allein der Druck des Cover Artworks beim VEB Gotha-Druck dauerte bis zu einem halben Jahr.

Die erfolgreichste Veröffentlichung der AMIGA war die Weihnachtsplatte „Weihnachten in Familie mit Frank Schöbel und Aurora Lacasa“, die über 1,6 Millionen Mal verkauft wurde. Auch „Rock’n Roll Music“ von den Puhdys und „Der blaue Planet“ von Karat verkauften sich jeweils über 1 Million Mal.

Wie alles andere in der DDR, waren auch die Preise der AMIGA-Veröffentlichungen streng festgelegt. Eine Langspielplatte kostete 16,10 Ostmark!

Das Repertoire der AMIGA, ca 30.000 Titel, betreut heute Sony Music. Die damaligen Veröffentlichungen der AMIGA, werden auch heute noch mit dem Namen des Labels vertrieben.

Puhdys - Alt wie ein Baum