Klaus Lage tourt 2027
Klaus Lage macht ernst: 19 Konzerte 2027. Statt großer Rockband setzt der Sänger auf ein reduziertes Duo-Format, das seine bekannten Songs ziemlich direkt auf Stimme und Piano herunterbricht.
Klaus Lage macht ernst: 19 Konzerte 2027. Statt großer Rockband setzt der Sänger auf ein reduziertes Duo-Format, das seine bekannten Songs ziemlich direkt auf Stimme und Piano herunterbricht.
Das ist mal eine Ansage: Klaus Lage beschränkt sich 2027 nicht auf zwei, drei Festivalauftritte oder einen einzelnen Nostalgie-Abend, sondern geht mit gleich 19 bislang bestätigten Terminen auf Tour. Zwischen Februar und April führt die Route durch große Städte und kleinere Häuser. Bei Klaus Lage führt die Geschichte hinter dieser Tour ziemlich direkt zurück in die 80er. Nach ersten Alben gelang Klaus Lage 1983 mit „Stadtstreicher“ und dem Song „Mit meinen Augen“ der Durchbruch. Ein Jahr später folgte „Schweißperlen“ mit „1000 und eine Nacht“ und „Monopoli“. 1985 erschien „Faust auf Faust“, das auch mit dem ersten Schimanski-Kinofilm verbunden ist. Genau diese Phase machte Klaus Lage zu einem der markanten deutschsprachigen Rocksänger des Jahrzehnts – ohne dass seine Karriere dort stehen geblieben wäre. Der aktuelle Punkt ist deshalb interessanter als das reine „80er-Star geht wieder auf Tour“-Etikett: Klaus Lage arbeitet seit Jahrzehnten weiter, veröffentlicht neue Musik und verändert die Präsentation seiner älteren Stücke. Auf seiner offiziellen Website steht derzeit das Livealbum „Zu zweit. Live.“ im Mittelpunkt. Darauf tauchen neben neueren Stücken auch „Mit meinen Augen“ und „1000 und eine Nacht“ auf. Die alten Songs sind bei Klaus Lage also nicht bloß Pflichtprogramm am Ende eines Abends, sondern Material, das immer wieder neu arrangiert wird.
Der Titel verrät das Konzept schon ziemlich vollständig: Klaus Lage steht bei „Zu zweit. Live.“ gemeinsam mit Bo Heart auf der Bühne. Bo Heart begleitet Klaus Lage am Piano und an den Keyboards; die musikalische Zusammenarbeit reicht bis 1990 zurück. Bo Heart komponiert, produziert und spielt seitdem für Klaus Lage, 1991 ging Bo Heart erstmals als Mitglied der damaligen Livebesetzung von Klaus Lage auf Tour. Für die kommende Tour ist Bo Heart trotzdem nicht die eigentliche Nachricht. Der spannende Gegensatz liegt bei Klaus Lage selbst: Songs, die viele Fans als große Radioproduktionen oder Rocknummern kennen, werden auf eine minimale Besetzung reduziert.
Ganz neu ist diese Idee für Klaus Lage nicht. Bereits in den 90ern spielte Klaus Lage mehrere Jahre in einer puristischen Besetzung mit Bo Heart; daraus entstand 1999 das Album „Live zu Zweit“. Die aktuelle Tour greift damit keinen kurzfristigen Unplugged-Trend auf, sondern ein Format, das Klaus Lage und Bo Heart schon lange kennen. Das macht die Sache gleichzeitig riskanter und interessanter. Bei Klaus Lage erwarten viele Besucher natürlich „1000 und eine Nacht“, „Monopoli“ oder „Faust auf Faust“. Eine solche Erwartung kann bequem werden: Hit anspielen, Publikum übernimmt, nächsten Hit hinterher. Im Duo müssen Klaus Lage und Bo Heart den bekannten Nummern dagegen genug Eigenleben geben, damit nicht einfach nur eine abgespeckte Version der alten Aufnahme entsteht.
Eine endgültige Setlist für 2027 ist für Klaus Lage derzeit nicht veröffentlicht. Einen ziemlich deutlichen Fingerzeig liefert aber das aktuelle Livealbum „Zu zweit. Live.“: Dort finden sich unter anderem „Mit meinen Augen“, „1000 und eine Nacht“, „Jung“, „Auf Dich“, „Je wahrer die Liebe“, „Ich bin stark“ und „Affenzirkus“. Klaus Lage hält damit bewusst die Verbindung zwischen seinem bekannten 80er-Katalog und deutlich später entstandenen Songs offen.
Wer Klaus Lage ausschließlich auf „1000 und eine Nacht“ reduziert, verpasst ohnehin einen Teil der Geschichte. „Monopoli“ stammt wie der große Hit vom Album „Schweißperlen“, während „Faust auf Faust“ 1985 auf „Heisse Spuren“ erschien. Die offizielle Diskografie von Klaus Lage zeigt ziemlich gut, wie dicht diese erfolgreiche Phase Mitte der 80er war.
Klaus Lage funktioniert das Duo-Prinzip gerade deshalb, weil eine Kopie der 1984er Platte nicht funktionieren würde. Das Alter lässt die Rocker nicht unberücksichtigt. Die Songs sind Jahrzehnte alt – die Inszenierung soll trotzdem im Hier und Jetzt funktionieren. Und falls bei „1000 und eine Nacht“ trotzdem der ganze Saal mitsingt, 80er-Fans werden nicht meckern…
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