Henry Rollins meldet sich mit Musik zurück
„Ich bin durch mit Musik!“ Dieser Satz von Henry Rollins galt lange als Schlussstrich nach Black Flag und der Rollins Band. Ist er jetzt dennoch zurück?
„Ich bin durch mit Musik!“ Dieser Satz von Henry Rollins galt lange als Schlussstrich nach Black Flag und der Rollins Band. Ist er jetzt dennoch zurück?
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Henry Rollins hat mit Ian MacKaye im Inner Ear Studio vier Songs fertig gemischt; bemerkenswert ist das Projekt, weil Rollins seinen Ausstieg aus der Musik öffentlich als endgültig beschrieben hatte und nun wieder konkrete Studioarbeit bestätigt.
Wenn Henry Rollins etwas öffentlich für beendet erklärt, dann stellen Fans keine Fragen. Der Mann steht zu seinen Aussagen. Genau deshalb sorgt die neue Studio-Story für Aufmerksamkeit: Henry Rollins spricht von vier Songs, die bereits fertig gemischt sind. Kein Gerücht, kein Leak, sondern ein Projekt, das im Studio abgeschlossen wurde.
Der Kontrast ist deutlich. In Interviews hatte Henry Rollins seinen Ausstieg aus der Musik klar formuliert. „Ich bin durch mit Musik“, sagte Henry Rollins – Seine Begründung war ebenso nüchtern wie endgültig: „In der Tube ist keine Zahnpasta mehr.“ Gemeint war: keine Lyrics mehr, kein kreativer Impuls, kein Grund, sich wieder in die Rolle des Sängers zu stellen. Diese Aussagen waren kein Nebensatz. Henry Rollins erklärte, er denke seit Anfang der 2000er nicht mehr „lyrisch“ und sehe keinen Sinn darin, nur für eine Zugabe zurückzukehren.
Wer Henry Rollins in den Achtzigern mit Black Flag erlebt hat, versteht, warum diese Sätze ernst genommen wurden. Als Henry Rollins 1981 zur Band stieß, stand er für Disziplin und körperliche Präsenz. Das Album „Damaged“ gilt bis heute als Referenz für kompromisslosen Hardcore. Nach dem Ende von Black Flag führte Henry Rollins seinen Weg mit der Rollins Band fort. Auch dort ging es nicht um Nostalgie, sondern um Weiterentwicklung. Als die Rollins Band in den 2000ern auslief, wirkte das wie ein bewusster Schnitt – kein schleichendes Verschwinden.
In seiner Radioshow berichtete Henry Rollins, dass er vor einigen Wochen nach Washington D.C. gereist sei, um an einem Projekt zu arbeiten. Dort traf er sich mit Ian MacKaye, einem Freund seit Kindertagen und einer der wichtigsten Figuren des amerikanischen Hardcore. Gemeinsam gingen Henry Rollins und Ian MacKaye in die Inner Ear Studios, jenen Ort, der für viele Fans fast schon so etwas wie ein heiliger Hardcore-Keller ist. Dort wurden laut Henry Rollins in einer Session vier Songs gemischt. Am Mischpult saß niemand Geringeres als Don Zientara, der Produzent, der in den Achtzigern für den Sound von Minor Threat, später auch Fugazi und vielen weiteren Bands entscheidend war.
Noch ist nicht bekannt, wie genau diese vier Songs veröffentlicht werden sollen. Henry Rollins sprach davon, dass sie gemischt wurden, also bereits existieren und offenbar auf einem Stand sind, der Richtung Release zeigt. Ob es eine EP wird, oder etwas, das später Teil eines größeren Releases wird, bleibt offen.
Übrigens war Henry Rollins nie weg. Nur eben anders sichtbar. In den letzten Jahren verdiente sich Henry Rollins sein Geld nicht mehr als Sänger, sondern als Moderator, Speaker, Autor und Schauspieler. Wer ihn gesehen hat, weiß: Er hat auch ohne Band genug Energie, um ganze Hallen zu füllen. Und ja, er tauchte auch in Serien auf, unter anderem in „Californication“, wo er nicht nur spielte, sondern in einer Szene sogar passend wie im echten Leben als Radiomoderator auftauchte. Dass Henry Rollins überhaupt eine eigene Radioshow betreibt, ist dabei kein Nebenjob, sondern ziemlich konsequent. Er ist ein Musiknerd, einer, der nicht nur über Punk redet, sondern über alles, was ihn musikalisch interessiert.
Was die Geschichte so gut macht: Sie „Altstar widerspricht sich selbst“. Denn Henry Rollins war in den letzten Jahren sehr offen damit, warum er aufgehört hat. Er habe nicht mehr lyrisch gedacht, er habe keine Songtexte mehr in sich gespürt, er habe schlicht nicht mehr das Gefühl gehabt, dass er als Musiker noch etwas beisteuern könne. Wenn jemand so spricht, erwartet man keinen Rückzieher. Aber vielleicht ist das auch der Punkt: Niemand steigt für immer aus, wenn es irgendwann doch wieder etwas gibt, das raus muss. Noch gibt es keine Tracknamen, keine Hörproben, keine offizielle Ankündigung mit Datum.
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